In dieser Woche vor 803 Jahren... ...wurde Münster exkommuniziert.

Papst Innozenz III. persönlich hatte sämtliche Münsteraner auf einen Schlag exkommuniziert! Wie konnte das ausgerechnet den Münsteranern bloß passieren?

Nix mehr heiliger Geist! Beten verboten! Ihr seid alle exkommuniziert!

Otto I. von Oldenburg war seit 1204 Bischof von Münster und machte seinen Job ganz passabel. So sorgte er dafür, dass die zahlreichen Stifte und Klöster im Bistum Münster wirtschaftlich arbeiteten und satte Gewinne einfuhren. Doch dann kam es zum Streit um den Thron im deutschen Reich, zwischen dem Stauferkönig Friedrich und Kaiser Otto Friedrich. Der Papst schlug sich auf die Seite des Staufers und Münsters Bischof tat brav dasselbe.

Soweit, so gut. Aber auf dem Weg zu einer Einladung des Stauferkönigs nach Koblenz wurde Bischof Otto in Köln von Anhängern des Kaisers verhaftet und festgesetzt. Der Papst war stinkwütend und beschuldigte die Münsteraner, ihrem Bischof treulos geworden zu sein und ihn nicht beschützt zu haben.

Auf einem großen Konzil in Rom wurden die Münsteraner kollektiv aus der Kirche ausgeschlossen und Münster mit dem päpstlichen „Interdikt“ belegt, damit waren alle Messen, Segnungen und sonstigen kirchlichen Handlungen in der Stadt verboten! Einschließlich aller Eheschließungen, Kindstaufen und Sterbesakramente.

Lange kann dieser Kirchenbann sicher nicht gedauert haben. Ob sich die frommen Münsteraner wohl überhaupt daran hielten?

Autor: Carsten Krystofiak

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