In dieser Woche vor 10 Jahren... ...starb Axel Schulß.

Hinterließ eine kreative Lücke: „Das Phantom von Münster“

Axel Schulz war Texter der erfolgreichen Münsteraner Deutschrockband „Gebrüder Engel“, die in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern viele Fans hatte. Seine Texte zeichneten sich durch eloquente Wortakrobatik aus und reichten weit über den klassischen Kanon linker Polemik hinaus. Daneben war Schulz eine Art lebendes Gesamtkunstwerk und überraschte durch immer neue Projekte, wie die Dauerlesung von Musils „Mann ohne Eigenschaften“ täglich im Bunten Vogel. Zur Rettung des „ß“ vor der Rechtschreibreform änderte er seinen Nachnamen in Schulß. Ende der Neunziger nervte er die Stadtverwaltung mit dem Antrag, dem Verbindungsgässchen zwischen Hörsterstraße und Martinikirchplatz den offiziellen Straßennamen „Hyperlink“ zu geben. Leider hat die Behörde den Werbewert der Idee für Münster nicht erfasst. Doch die lokalpolitische Posse brachte ihm eine Karikatur in der Lokalpresse ein, die er wiederum für seine künstlerische Eigen-PR nutzte. Kurz vor seinem 57sten Geburtstag starb Schulß an Multipler Sklerose, der Krankheit, die abgekürzt so heißt, wie seine Heimatstadt, wie er selbst zynisch witzelte.

Aktuell: Am 15. Januar findet im Jovel eine Erinnerungsparty für Axel Schulß mit früheren Wegbegleitern und den Gebrüdern Engel statt.

Autor: Carsten Krystofiak

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