In dieser Woche vor 12 Jahren... ...wurde Studieren kostenpflichtig.

Bereits im Januar wollte der Senat der Uni Münster über die mögliche Einführung von Studiengebühren beraten. Aus dem Plenum wurde nichts, denn tausende wütender Studis tobten vor dem Schloss, stürmten das Portal und besetzten den Senatssaal.

Der Uni-Rat versuchte es eine Woche später erneut, diesmal aber aus Vorsicht nicht im Schloss, sondern einer Kaserne des Technischen Hilfswerkes bei Dorbaum. Trotz des frühen Sitzungsbeginns um acht Uhr morgens hatten sich jedoch auch hier hunderte Studis zum Protest eingefunden. Der Beschluss wurde in den März verschoben.

Unsozial oder sinnvoll? Studiengebühren sind bis heute ein Aufrege.

Nun war es soweit: Nach kurzer Beratung beschloss das Gremium aus zwölf Professoren, sieben Mitarbeitern und vier Studenten die Einführung von 275 Euro Studiengebühren pro Semester. Die entscheidende Pro-Stimme kam vom BWL-Studenten Max B. Dieser wurde darauf in der Online-Community „Studi-VZ“ massiv bedroht. Er müsse „um sein Leben fürchten“, berichtete das Nachrichtenmagazin Der SPIEGEL. Max B. überlebte – die Studiengebühren nicht: Vier Jahre später schaffte der Landtag per Parlamentsbeschluss die Studiengebühren wieder ab.

Autor: Carsten Krystofiak

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