In dieser Woche vor 130 Jahren... ...öffnete die erste „Badeanstalt“.

Der „Stern“ berichtete überregional über das Aus des Ex-Bades.

Bad und WC in der Wohnung war um die letzte Jahrhundertwende ein exklusiver Luxus. Wenn überhaupt, war das Klo eine halbe Treppe tiefer und für mehrere Mietparteien. Mit Kanalisation und stärkerer Verbreitung allgemeiner Hygiene eröffnete am alten Zoo an der Promenade Münsters erste „Bade- und Waschanstalt“, allgemein „Stadtbad“ oder „Zoobad“ genannt. Daneben gab es nur die Fluss-Badeanstalt in der Werse an der Pleistermühle und bald darauf den Kanal.

Nach dem Krieg wurde das zerstörte Zoobad schon bald wiedereröffnet und behielt sein typisches 50er-Jahre-Ambiente bis zur Renovierung 1998. An der Wolbecker Straße existierte bis Ende der 70er Jahre ein ausschließliches „Brause- und Wannenbad“ für Münsteraner ohne eigene Sanitäreinrichtungen, was es in einigen Altbauten noch gab. Der Versuch eines Spaßbades scheiterte in den 90ern mit der „Germania-Therme“ auf dem Gelände der ehemaligen Germania-Brauerei, am heutigen Germania-Campus. Erst legten bauliche Mängel das Bad trocken, dann der Besuchermangel. Der Plan einer Großdisco namens „Ex-Bad“ in der riesigen Kachel-Landschaft ging ebenfalls baden, trotz einiger spektakulärer Partys in Bademode...

Autor: Carsten Krystofiak

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