In dieser Woche vor 336 Jahren... ...wurde der Montag arbeitsfrei.

Der Gute Montag gehört als lokaltypisches Fest zur Münsteraner Folklore.

Geschichtlich entschärfte Version mit Playmobilfiguren.

Angeblich sollen zwei Bäckergesellen aus Münster während der türkischen Belagerung Wiens eines nachts die kaiserlichen Truppen alarmiert haben, weil sie verdächtige Geräusche hörten und damit einen Tunnelbau verhindert und so Wien vor der Einnahme gerettet haben. Angeblich stiftete der Kaiser ihnen dafür das Privileg eines arbeitsfreien Montags.

Es gibt zwar Hinweise auf einen noch älteren Montags-Feiertag der mittelalterlichen Bäckergilde, aber die Geschichte war zu schön, um sie je in Frage zu stellen.

Daraus entwickelte sich eine Tradition des Münsteraner Bäckerhandwerks, die alle drei Jahre mit rituellem Tamtam begangen wird, inkl. Fahnenschlag, Begrüßung vor dem Rathaus und großem Ball.

In jüngster Zeit führt die Entstehungslegende zu politisch korrekten Eiertänzen wegen der Geschichte mit den Türkenkriegen und der islamischen Expansion und so. Vor einigen Jahren behalf man sich damit, den historischen Hintergrund durch ein sarrazenisches Playmobilmännchen darzustellen, heute fehlt der Verweis ganz.

Autor: Carsten Krystofiak

Archivtexte Zeitzeichen

Carsten KrystofiakCarsten Krystofiak

Weitere Beiträge 2019