In dieser Woche vor 75 Jahren... ...entkam Twickel knapp dem Galgen.

Der Weg zum Galgen in Berlin blieb Twickel zum Glück erspart.

Mit Paul van Husen war ein Münsteraner direkt an der Planung des Bombenattentats auf Adolf Hitler beteiligt. Van Husen hatte Glück und konnte einer Hinrichtung nach dem gescheiterten Putsch entkommen. Ebenfalls Glück hatte Freiherr Rudolf von Twickel aus Havixbeck. Er wurde von den Verschwörern des „Kreisauer Kreises“ als provisorischer Landesverwalter der Provinz Westfalen in einer neuen Übergangsregierung nominiert. Vielen, die damals von dem Netzwerk um Stauffenberg für Staatsämter einer Übergangsregierung nominiert wurden, ahnten nichts von ihrem „Glück“ und wurden dafür von der Gestapo verhaftet und hingerichtet. Ihre Einsetzung wurde von den „Putschisten“ in Berlin per Fernschreiben an die zuständigen Wehrkreisämter übermittelt – so auch der Name von Twickels. Es wurde nie geklärt, ob das Fernschreiben wegen des Scheiterns der „Operation Walküre“ nicht mehr herausging, oder ob ein besonnener heimlicher Dissident im Wehrmachtsstab, von denen es viele gab, das Fernschreiben in Münster vernichtete. Klar ist dagegen: Wenn die Gestapo es gelesen hätte, wäre das für Twickel die Fahrkarte zum Galgen in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee gewesen. Haarscharf Glück gehabt…

Autor: Carsten Krystofiak

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