In dieser Woche vor 61 Jahren... ...wurde der Torwart zum Tankwart.

Ende der 1950er Jahre gab es noch keine Fußball-Millionäre. Heutige Wahnsinns-Gagen und Transfersummen waren unbekannt.

Eher Torwart als Tiger im Tank.

Selbst Profikicker mussten nebenbei einen „Brotjob“ ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Preußen Münsters Torhüter Herbert Eiteljörge wagte den Sprung in die Selbstständigkeit und entschied sich für eine Branche mit damals hohem Wachstumspotenzial: Er eröffnete eine Tankstelle am Ende der Weseler Straße, unweit der Autobahnauffahrt, die es aber zu dieser Zeit noch gar nicht gab. Damals lebten die Tankstellen auch noch ausschließlich vom Spritverkauf statt von TK-Pizza, Grillkohle und Sechserträgern. Die Steuerbefreiung für Kriegsblinde hatte zuvor kurzzeitig für eine Marktverzerrung gesorgt, weil Mineralölhändler massenhaft Blinde als Strohmann-Pächter einsetzten. Der lokalprominente Inhaber war als „Torwart-Tankwart“ selbst sein eigenes Werbe-Testimonial. Die Eröffnung war der Zeitung immerhin eine Titelzeile wert.

Der Keeper hatte die richtige Entscheidung getroffen, denn mit Preußen Münster ging es nicht mehr sehr lange bergauf...

Autor: Carsten Krystofiak

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