In dieser Woche vor 30 Jahren... ...wurde Blüm überfallen.

Anlässlich der Münsteraner Fahrradtage brach der damalige Bundesarbeits- und Sozialminister Norbert Blüm (CDU) samt Entourage zu einer Radtour durch das Münsterland auf.

Zeitgleich versteckten sich auf seiner geplanten Route in einem Waldstück Gestalten in mittelalterlicher Verkleidung im Gebüsch. Mit Schnaps tranken sie sich Mut für ein Attentat auf den Politiker an.

Die berühmte Renten-Aktion wird Blüm niemals vergeben werden.

Als der mit dem Rad um die Ecke bog, stürzten die angeschickerten Wegelagerer auf den Weg und hielten Blüm fest. Der rief: „Hilfe, Sozis!“ Doch es waren Münsters Oberbürgermeister Jörg Twenhöven und Mitglieder der CDU-Ratsfraktion in Kostümen des Karnevalsvereins „Die Wiedertäufer“

Blüm musste vom Rad steigen und wurde in die Nachbildung eines Täuferkäfigs bugsiert. Unter der Drohung, in dem Käfig an die Lambertikirche gehängt zu werden, musste er unterschreiben, für das Amt des Ministerpräsidenten von NRW zu kandidieren.

Blüm unterschrieb, Twenhöven schloss die Käfigtür wieder auf und der Kandidat durfte weiterradeln. Die wohl seltsamste Wahlnominierung aller Zeiten.

Blüm wurde nicht NRW-Ministerpräsident.

Autor: Carsten Krystofiak

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