In dieser Woche vor 57 Jahren... ..wurde die Apocalypse geplant.

Nach dem Bau der Berliner Mauer drohte der Kalte Krieg heiß zu werden. Die Sowjets überlegten, wie ein Angriff der NATO abzuwehren sei. Aus dem Zweiten Weltkrieg hatten die Strategen im Kreml die Lehre gezogen, den Krieg so schnell wie möglich auf das Territorium des Feindes zu tragen – in diesem Fall Westdeutschland.

Das Münsterland wäre in 24 Stunden Geschichte gewesen.

Im Militärmanöver Buurja planten die Stäbe der Roten Armee und Nationalen Volksarmee der DDR folgendes Szenario: Nach einem vermuteten Versuch der Bundeswehr und Westaliierten, Westberlin zu befreien, den Russen und DDR-Truppen zerschlagen hätten, gehen die beiden Ostarmeen sehr schnell in die Offensive und dringen in 24 Stunden bis nach Westfalen vor, um an Rhein und Ruhr zu gelangen und die NATO-Truppen bis weit nach Frankreich hiein zurückzudrängen. Dabei plante man den massiven Einsatz von Atomraketen.

Militärexperten schätzten, die Zahl nuklearer Detonationen binnen drei Tagen auf rund zweitausend – das Münsterland hätte einen großen Teil davon abbekommen. Derweil planten die Militärspitzen der NATO in Bonn, dieses Szenario durch einen kolossalen atomaren Erstschlag zu verhindern.

Die Zivilbevölkerung ahnte von diesen Planspielen nichts.

Autor: Carsten Krystofiak

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