In dieser Woche vor 3 Jahren... ...kippten die Shopping-Sonntage.

Internetkäufe töten Innenstädte...

Münsters lokaler Einzelhandel steht in Konkurrenz zu Amazon & Co., aber auch zu anderen Städten. Was passiert, wenn die inhabergeführten Ladengeschäfte in der City diesen Wettbewerb verlieren, kann man in ausgestorbenen und verwahrlosten Innenstädten des Ruhrgebietes studieren. Um die Besucherfrequenz in Münsters Innenstadt zu stärken, genehmigte der Stadtrat elf verkaufsoffene Sonntage pro Jahr. Doch dagegen liefen Kirchen und Gewerkschaften Sturm. Das Argument der Gewerkschaften hieß: Ausbeutung! Dabei sollte das Verkaufspersonal nur aus Freiwilligen bestehen, die Freizeitausgleich erhalten hätten. Das Argument der Kirchen war, dass die Menschen nicht permanent konsumieren können, sondern auch mal zur Besinnung kommen sollen. Kirchen und Gewerkschaften schmiedeten das Bündnis „Freier Sonntag Münster“ und erzwangen einen Bürgerentscheid.

Bei sehr geringer Wahlbeteiligung stimmten 53 Prozent der Teilnehmer gegen die Sonntagsöffnung. Doch noch bevor die zwei Jahre bindende Frist des Entscheides ablief, genehmigte die Landesregierung acht jährliche Verkaufssonntage. Damit war der münstersche Shopping-Boykott Geschichte.

Autor: Carsten Krystofiak

Archivtexte Zeitzeichen

Carsten KrystofiakCarsten Krystofiak

Weitere Beiträge 2019