In dieser Woche vor 1 Jahr... ...platzte der Bösensell-Plan.

Nachdem der Sport Club Preußen Münster von 1906 zwanzig Jahre lang bei der Stadt in der Frage eines kommunal mitfinanzierten Stadionneubaus auf Granit gebissen hatte, sah sich der Verein in der ländlichen Umgebung nach Alternativen um.

Kein Fußball in Möbelsell...

Ein neuer Bauplatz schien bald gefunden: Senden-Bösensell, wegen der zahlreichen Einrichtungs-Discounter auch „Möbelsell“ genannt.

Doch dann tauchten unerwartete Probleme auf: Die Preußen-Ultras waren sauer und plakatierten in der ganzen Stadt „Kein Stadion außerhalb von Münster!“.

Und die Bösenseller wollten die Preußen gar nicht haben! In Bürgerversammlungen des Örtchens zur Stadionplanung grummelte es gewaltig. Man wollte dörflich bleiben und fürchtete allsamstäglich Verkehrschaos, Wildpinkelei, Müll und Hooligans.

Der Landwirt, auf dessen Flächen das Stadion entstehen sollte, zog wegen starken öffentlichen Drucks seine Verkaufszusage zurück. Damit war die Option Bösensell gestorben. Letztlich führte dies aber zum Kompromiss der städtischen Stadion-Sanierung. Nur erfolgreicher kicken müssen die Adler dann noch…

Autor: Carsten Krystofiak

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