In dieser Woche vor 101 Jahren... ...wurden die Daten gelöscht.

Ende des 18. Jahrhunderts brach im westfälischen Landadel der Bauboom aus: Alle wollten einen schicken Adelshof in Münsters Innenstadt für die kalten Wintermonate, die auf den Wasserburgen kalt und ungemütlich sind.

Die Beverfoerdes, Kettelers, Oers, Galens, Heeremanns und alles, was ein „von“ vor dem Nachnamen trug, baute sich ein Stadtdomizil. Angesagt war das dreiflügelige Ensemble im barocken Stil der Zeit.

Da wollte der kaiserliche Kammerdiener Clemens August von Kerkerinck zu Borg nicht zu spät kommen: Im Bereich des heutigen Bispinghofes ließ er sich für das Vermögen von 16.636 Reichstalern ein gehobenes Eigenheim errichten, inkl. Remisen für die Kutschen und Waschhaus.

Versorgungs-Chaos durch analogen Datencrash...

Hundert Jahre später stand der Kasten leer und wurde von der städtischen Invaliditätskasse – der damaligen Rentenversicherung – übernommen. Ende Dezember 1908 brannte das Gebäude durch einen Kaminbrand vollständig ab.

Damit verwandelten sich 20.000 Versicherungsakten in Asche. Eine bürokratische Katastrophe, denn niemand wusste, wer wann wieviel eingezahlt hatte.

Autor: Carsten Krystofiak

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