In dieser Woche vor 71 Jahren... ...kamen Kriegsgefangene zurück.

In der letzten Kriegsphase gerieten viele deutsche Soldaten in Gefangenschaft. Nach Kriegsende kehrten die meisten schubweise zurück. Vier Jahre nach ’45 erreichten zwei Züge mit zusammen rund tausend Heimkehrern Münster. Besonders aus „Blitzdorf“ – dem Flussviertel – waren viele Männer in Stalingrad zu Kriegsgefangenen geworden.

Nicht für alle gab‘s ein Wiedersehen mit Münster...

Da es 1949 bereits zwei deutsche Staaten gab, mussten sich die Freigelassenen entscheiden, in welchen Teil Deutschlands sie entlassen werden wollten. Doch dem wurde von den Sowjets nicht immer entsprochen: Fehlten in der „Ostzone“ Arbeitskräfte, kam das Kontingent ungefragt in die DDR.

Unter den nach Münster heimgekehrten war auch der Vater des heute bekannten Architekten Deilmann. Da war der Wiederaufbau des Prinzipalmarktes allerdings schon geplant, sonst hätte er dort vielleicht moderne Hochhäuser bauen können.

Die letzten Kriegsgefangenen kamen erst 1955 auf Initiative von Kanzler Adenauer frei. Darunter der Münsteraner Günther Stiff, dessen Mutter Kremlchef Chrustschow persönlich in Genf ein Bittschreiben überreicht hatte, was von einer großen Medienkampagne begleitet wurde.

Autor: Carsten Krystofiak

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