In dieser Woche vor 20 Jahren... ...wurde die Weißenburg autofrei.

Zum Spatenstich rückte eigens die Städtebauministerin des Landes an, um in Münster ein Prestigeprojekt auf den Weg zu bringen: Die erste autofreie Wohnsiedlung in Nordrhein-Westfalen, die „Gartenstadt Weißenburg“.

Autofrei ist gut und schön, aber es müssen Alternativen existieren.

Tatsächlich machte das Projekt überregional Furore, auch wenn der Titel „Gartenstadt“ für das Quartier um die Weißenburgstraße im Geistviertel zwischen Inselbogen und Grünem Grund etwas euphemistisch ist.

Den ersten Bauabschnitt bezogen ca. 70 Haushalte, heute sind hier rund 200 Wohnungen belegt. Für geplante Reihenhäuser fanden sich überraschend keine Interessenten.
Von Anfang an aber gab es auch Streit um das autofreie Konzept: Einige schwarze Schafe hielten sich trotzdem ein Kfz und parkten ihr Auto eben in den benachbarten Straßen, obwohl zurm Quartier auch ein Stadtteilauto-Service gehört.

Nach vielen Verhandlungen entschied das Landgericht, dass der Vermieter LEG die zwingende Autolosigkeit nicht mehr als Klausel in den Mietvertrag schreiben darf, weil das der Freiheit der Lebensgestaltung des Einzelnen widerspricht.

Angesichts des „Mobilitätsplans 2035“ der Stadt hat die Weißenburgsiedlung heute mehr denn je Modlelcharakter.

Autor: Carsten Krystofiak

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