In dieser Woche vor 40 Jahren… floppte das Jazzfestival auf Preußen.

Das Preußenstadion ist irgendwie keine Konzertarena

Das Internationale Jazzfestival Münster fand 1980 bereits zum dritten Mal statt. Nach der Konzertmuschel im Schloßgarten und den Aasee-Wiesen als Locations wollten es die Veranstalter nun wissen und verlegten das Event selbstbewusst ins Preußenstadion. Allerdings verliefen sich nur wenige Fans in die bröcklige Beton-Kulisse. Den meisten erschien der große Rahmen wohl zu ungemütlich. Finanziell wurde das Projekt ein Desaster. 1985 wagte man es dennoch erneut und veranstaltete das Festival nochmals im Preußenstadion. Diesmal lief es besser, doch dann griff ein krimineller Manager beherzt in die Kasse, was abermals ein wirtschaftliches Debakel verursachte. Das war jedoch für die Stadt Münster endlich der Anlass, das inzwischen imageträchtige Event mit Zuschauern aus dem In- und Ausland großzügig zu unterstützen. Seitdem ist es aus Münsters Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken und findet alle zwei Jahre statt, unterbrochen von dem „kleinen Jazzfestival“ namens „In Between“ zwischen den turnusmäßigen Jahren. Das Preußenstadion ist als Konzertkulisse anscheinend generell kein glücklicher Ort: Ein Konzert der britischen Synthie-Popband Bronski Beat musste in den 80ern während der Show wegen Lärmklagen abgebrochen werden. Vielleicht haben die Preußen auch einfach nur Angst um ihren Rasen.

Autor: Carsten Krystofiak

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