In dieser Woche vor 70 Jahren… nahm Bormann II sein Studium auf.

Bei dem Namen stolpert man erstmal über die Traueranzeige.

Martin Bormann Junior war der gleichnamige Sohn von Hitlers Sekretär, der als „Schleusenwärter“ darüber entschied, wer persönlichen Zugang zum „Führer“ erhielt. Zudem war Bormann II. Hitlers Patensohn. Während des Krieges ließ Vater Martin einen Parteigenossen aus Münster im Zuge eines privaten Machtkampfes ermorden. Nach dem Krieg wurde der Sohn von einem Bergbauern versteckt und an Kindes statt angenommen. Er setzte sich sehr kritisch mit seinen leiblichen Eltern auseinander und fand Halt im katholischen Glauben. In Münster studierte er katholische Theologie, wie seinerzeit übrigens auch ein Sohn von Bundeskanzler Konrad Adenauer und sogar der spätere CIA-Direktor Dulles. Ebenso, allerdings erst in den 80ern, der deutsche Hochstaplerkönig Gerd Postel (natürlich mit gefälschten Zeugnissen). Nach seiner Priesterweihe ging Bormann nach Afrika, kehrte aber bald zurück und setzte sich sehr engagiert für eine Versöhnung mit Kindern von Opfern des NS-Regimes ein. Nach einem schweren Unfall verliebte er sich in seine Krankenschwester, beide legten kurzerhand ihr Keuschheitsgelübde ab und heirateten. Bormann jr. starb 2013 in Herdecke.

Autor: Carsten Krystofiak

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