In dieser Woche vor 8 Jahren… wurden wir endlich Kulturerbe.

2004 hatte sich Münster bei der Bewerbung zur „Kulturhauptstadt Europas“ eine schmerzhaft blutige Nase geholt und war ausgerechnet vom abgerockten Ruhrgebiet gedemütigt worden. Diese Niederlage saß tief! Doch wir hatten noch lange nicht genug…
Acht Jahre später versuchte die Stadt, das Rathaus auf dem Prinzipalmarkt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären zu lassen. Damit wäre unser Rathaus in den Rang des Kölner Doms, von Versailles oder der Akropolis, des Kolosseums oder des Kreml aufgestiegen.
Doch die Unesco-Fritzen haben das nicht ganz überrissen und meinten, Münsters Rathaus sei nun mal nicht original, sondern eine wieder aufgebaute Kopie und deshalb kein Weltkulturerbe. Hmpf.

Illustration von Jörg Hartmann (www.atelier-hartmann.de)

Aber Münster hatte noch nicht fertig: 2013 beantragte man, den gesamten historischen Stadtkern als Europäisches Kulturerbe anzuerkennen, als „Stätte des Westfälischen Friedens“ und „Geburtsort des Völkerrechts“ (Das in der Folgezeit von Versailles bis Jalta heiter ignoriert wurde…). Und diesmal klappte es tatsächlich! Nach zweijähriger Prüfung wurde erstmalig kein singuläres Bauwerk, sondern eine ganze Altstadt zum Kulturerbe – zwar keine Weltkulturerbe, aber immerhin schon mal für Europa.

Einziger Wermutstropfen: Die Kommission zeichnete gleichzeitig Osnabrück mit dem Titel aus! Also das hätte es nicht unbedingt gebraucht, aber es wird bei offiziellen Anlässen einfach nicht miterwähnt…

Autor: Carsten Krystofiak

Archivtexte Zeitzeichen

Carsten KrystofiakCarsten Krystofiak

Weitere Beiträge 2020