In dieser Woche vor 6 Jahren… bekamen die „Warlords“ Besuch.

Bei einer Militärparade in Mexiko fiel einem deutschen Kamerateam zufällig auf, dass die marschierenden Soldaten Pistolen des deutschen Herstellers SIG Sauer trugen. Das erschien merkwürdig, weil deutschen Firmen der Export von Waffen nach Lateinamerika verboten ist.

Bis einer weint! Waffen können Aua machen!

Behördliche Untersuchungen ergaben, dass die Rüstungsschmiede die Waffen in die USA geliefert hatte, angeblich für den amerikanischen zivilen Markt. Tatsächlich hatte sie ein Tochterunternehmen von dort an das mexikanische Verteidigungsministerium weitergereicht. Auf demselben Weg soll SIG Sauer nach Medienberichten bereits zuvor illegal Schusswaffen nach Kolumbien und an die Leibgarde des Präsidenten von Kasachstan geliefert haben.

Die Staatsanwaltschaft Kiel durchsuchte die Waffenfabrik in Eckernförde an der Ostsee. Es bestand der Verdacht, deutsche Exportgesetze umgangen zu haben. Und auch im Münsterland rückten die Ermittler an, denn SIG Sauer gehört zur L&O Holding in Emsdetten, die mit Schießeisen und Textilien handelt. Die Beamten stellten die Emsdettener Zentrale sowie die Wohnsitze der Inhaber Michael Lücke und Thomas Ortmeier auf den Kopf.

Überregionale Medien bezeichneten die Holding-Geschäftsführer als „Warlords von Emsdetten“ und sprachen von „Waffenlieferungen für den Drogenkrieg“. Auch die Tagesschau berichtete.
Inzwischen ist der deutsche Standort von SIG Sauer in Eckernförde wegen Unrentabilität geschlossen.

Autor: Carsten Krystofiak

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