In dieser Woche vor59 Jahren… fielen Schüsse am Schlossplatz.

Vor einigen Jahren tauchte ein Buch aus Blomerts Besitz im öffentlichen Bücherregal am Rosenplatz auf.

Als Sozius in der Anwaltskanzlei von Oberbürgermeister Busso Peus zählte Paul Blomert zu Münsters Elite. Auch privat lief es bestens, denn seine Frau war die bildschöne „Rosenkönigin des Münsterlandes“. Dennoch galt Blomert als depressiv und labil.

Am 25. August war Blomert vormittags am Landgericht und ging gegen Mittag in seine Wohnung über der Kanzlei am damaligen Hindenburgplatz, Nähe Ecke Überwasserstraße. Kurz darauf fielen in der Wohnung mehrere Gewehrschüsse und Blomert lag tot im Schlafzimmer.

Das sind auch schon alle feststehenden Fakten. Schon über die genauen Uhrzeiten konnten sich die widersprechenden Zeugen nicht einigen. Einige sagten, Blomert wäre bester Stimmung gewesen, andere meinten, er war niedergeschlagen. Über seine letzten Handlungen und Worte gab Frau Blomert verschiedene Versionen an.

Der Anwalt soll sich auf der Bettkante sitzend mit einem Kleinkaliber-Repetiergewehr von unten in den Kopf geschossen haben. Man fand zwei Geschosshülsen, aber vier Löcher in der Zimmerdecke.

Die von Frau Blomert zuerst verständigten Kollegen und Freunde zertrampelten sämtliche Spuren, der Arzt bescheinigte ohne zu zögern „Unfall“ als Todesursache, die Polizei zeigte kein Interesse an Ermittlungen und klappte die Akte zu.

Was wirklich geschah, konnte nie aufgeklärt werden.

Autor: Carsten Krystofiak

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