In dieser Woche vor einem Jahr… starb der Designer-Dickkopf.

Auf Schloss Harkotten zogen nach Colani andere Designer ein – die Münsteraner Brüder Christian und Michael Sieger. Colani verstarb im vergangenen Herbst mit 90 Jahren nach langer globaler Odyssee in Karlsruhe.

Der schweizerisch-polnisch-deutsche Designer Luigi Colani wirbelte in den 1970er Jahren die Objektgestaltung mit seinen organischen, ergonomischen und bionischen Formen ordentlich durcheinander.

Zum Münsterland hatte der international berühmte Exzentriker eine besondere Beziehung: Schon in der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs kam er als jugendlicher Flakhelfer nach Saerbeck. Seine erste Werkstatt für Möbelbau errichtete er in Riesenbeck. Zu dieser Zeit hatte er sich bereits als Rennwagen-Designer u.a. für Alfa-Romeo einen Namen und ein Vermögen erworben.

Anfang der 70er bezog er das Schloss Harkotten bei Füchtorf und scharte dort eine Gruppe junger Gestalter um sich, die Entwürfe für futuristische Fahrzeuge, Flugzeuge, Möbel und Gebrauchsgegenstände produzierten. Bekannt wurde er vor allem für seine Eiförmigen Objekte wie runde Lkw-Fahrerkabinen. Daneben entwarf er auch neue Uniformen für die Hamburger Polizei, die damals sehr fortschrittlich wirkten. Die Industriedesigner standen Schlange für innovative Impulse. Allerdings vergraulte Colani viele Industriekunden durch seine konfrontative und cholerische Art.

Anfang der 80er hatte er es sich endgültig mit allen namhaften deutschen Industrieunternehmen vor allem der Automobilbranche verscherzt und wanderte nach Japan aus. In Asien konnte er nochmals an seine frühen Erfolge anknüpfen.

Autor: Carsten Krystofiak

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