In dieser Woche vor 4 Jahren …

…flog der Folterer auf.

Im November 2014 beantragt der Syrer Abu Dieb Asyl in Chemnitz. Er ist über Griechenland, Albanien, Montenegro, Serbien, Ungarn, die Tschechei und Österreich nach Deutschland gekommen. Doch sein Name ist falsch, es ist ein „Kampfname“, der „Vater des Wolfs“ bedeutet.

Auf seinem Facebook-Profil gibt er an, in Aleppo die Uni besucht zu haben und Immobilienmakler gewesen zu sein. Dabei war er Schrottsammler – und noch mehr… Im Frühjahr 2015 zieht er nach Münster, erst in eine Britenkaserne, dann nach Coerde. Er macht kleine Geschäfte auf eBay und Flohmärkten und gibt sein Geld für Prostituierte aus.

In Ludwigshafen lebt derweil Abu Abdo, ein früherer Taxifahrer aus Syrien. Zufällig sieht er im Fernsehen Abu Dieb – den „Wolf von Aleppo“, der ihn mehrfach schwer gefoltert hat! Dieb befehligte eine Miliz, die Menschen entführte, erpresste und grässlich misshandelte. Abdo zeigt seinen Folterer an.

Der „Wolf von Aleppo“ hauste in Coerde.

Darauf sucht in Münster ein verdeckter arabischer Ermittler Kontakt zu Abu Dieb. Der schlägt ihm kriminelle Deals vor und will dafür 25.000 Euro holen, die er in der Türkei versteckt hat. Doch daraus wird nichts: Anfang April stürmt morgens um 6.30 ein SEK Abu Diebs Wohnung im 6. Stock eines Coerder Hochhauses. Er wurde in Düsseldorf wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Autor: Carsten Krystofiak

Archivtexte Zeitzeichen

Carsten KrystofiakCarsten Krystofiak

Weitere Beiträge 2021