In dieser Woche vor 2 Jahren …

… fand die Lokalpresse ein Top-Thema.

Nachbarschaftsstreits sind häufig, schaffen es aber nur selten als Meldung in die Medien. Anders, wenn die Beteiligten Prominente sind. Im Fall von Karin Reismann widmete die Lokalpresse der Story fast eine ganze Zeitungsseite.

Die damals 77jährige CDU-Stadträtin und seit 20 Jahren ehrenamtliche Bürgermeisterin Karin Reismann sollte den Bauleiter der Baustelle nebenan absichtlich mit dem Auto angefahren und dessen Bauarbeiter als Kanacken beschimpft haben. Ihre Kinder hätten zudem ein Baugerüst umgeworfen und ein frisches Fundament verwüstet. Obendrein habe die Bürgermeisterin dem Bauleiter gedroht, ihn „in den Knast“ zu bringen. Die Zeitungsleser holten sich Popcorn und ließen sich bestens unterhalten…

Hier eskalierte der Nachbarschaftsstreit…

Erwartungsgemäß stellte die Beschuldigte den Streit um einen Neubau neben ihrem Haus in Pluggendorf diametral anders dar. Sie habe den Bauleiter nicht angefahren, sondern lediglich gehupt und auch niemanden beleidigt, sondern sei selbst beschimpft worden.

Doch schließlich zitierte die Zeitung noch eine Frau, die als Mieterin in den Neubau einziehen wollte und behauptete, Reismanns Ehemann (ebenfalls an die 80 Jahre) habe gedroht, „ihr eine reinzuhauen“! Die Leser konnten den Eindruck gewinnen, die Reismanns seien ein gewaltbereiter Clan aus dem Schiffsschaukelbremser-Milieu.v

Wurden die fünf Spalten Text mit dem großen Foto unter voller Nennung der Namen und der Adresse wegen des Eventcharakters veröffentlicht? Oder hatte die ungewöhnliche Breitwand-Darstellung etwas mit dem Kommunalwahlkampf im Folgejahr zu tun?

Autor: Britta

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