In dieser Woche 4 Jahren...

„Wenn die Städter nicht zum Milchbauern kommen, dann kommt die Käserei eben in die Stadt!“, sagte Ann-Paulin Söbbeke und eröffnete am Mittelhafen ihre „Hafenkäserei“.

Die Profi-Sprayer Ben Gertz und Robert Matzke dekorierten die triste Betonfassade mit einem dynamischen Graffito im Stil einer Kinderbuch-Illustration.

Der Planer der einfallslosen Architektur, die keinerlei Bezug zum Ort aufweist, stellte Söbbeke darauf eine gerichtliche Verfügung zur Entfernung des Wandbildes zu – andernfalls Ordnungsstrafe!

Kurioserweise hat ein Architekt ein „Urheberrecht“ an seinem Werk (und sei es noch so fragwürdig), das jede Veränderung verbietet, auch wenn sie eine optische Verbesserung darstellt.

Peter Bastian vom Bund Deutscher Architekten in Münster beschimpfte das Kunstwerk als „Verhunzung“ und „Verschandelung“ und quatschte davon, Münster würde sich damit vor dem Publikum der Skulptur.Projekte „blamieren“.

Grauer Beton soll schöner sein, als das Bild?

Der Vorsitzende des Stadtplanungs-Ausschusses dagegen bedauerte die erzwungene Entfernung und regte an, den Einfluss von Gebäudezeichnern auf die Fassadengestaltung einzuschränken.

Das Bild kehrte dennoch zurück – als Guerilla-Lichtprojektion mittels Beamer in einer nächtlichen Aktion.

Autor: Carsten Krystofiak

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