In dieser Woche vor 25 Jahren...

…passte der Schlüssel nirgends.

Im Mai 1996 schockte ein brutaler Mord unsere Domstadt: Die Prostituierte Lydia S. wurde in ihrem Appartement am Düesbergweg im Blutrausch mit 82 Messerstichen ermordet – das Zimmer mit dem Bett war ein Schlachtfeld. Die 37jährige hinterließ eine kleine Tochter.

Hier starb Lydia S.

Die Polizei war optimistisch, den Täter schnell zu fassen, denn sie fand Blut, Sperma und einen Schlüsselbund. Doch die Fahndung erwies sich schwieriger als gedacht. Der Hausschlüssel sollte weiterhelfen: 100 Beamte mit je einem Nachschlüssel probierten 43.000 Haustüren in Münster – ohne Erfolg!

Erst 1998 – zwei Jahre später – richtete das BKA die erste DNA-Datenbank ein. 2001 – fünf Jahre nach dem Mord – zeigte das gesicherte Genmaterial aus Münster einen Treffer! Der Täter saß wegen weiterer Sexualdelikte bereits in der Psychiatrie. Er kam aus Bönen bei Unna. Dort passte auch der Haustürschlüssel.

Wie sich herausstellte, war er erst eine Woche vor dem Mord an Lydia S. auf Bewährung aus der Haft wegen Mordversuchs an einer Joggerin entlassen worden. Gutachter hatten festgestellt, dass von ihm „keine Gefahr“ mehr ausging…

Autor: Carsten Krystofiak

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