In dieser Woche vor 40 Jahren...

…spielte WestBam im Jugendheim.

Anfang der Achtziger war Punk noch taufrisch und nicht kommerzialisiert. Funk und Fernsehen boykottierten Punk und die Zeitungsredaktionen bestanden nicht aus Ex-Punks. Es handelte sich also noch um eine echte Jugendsubkultur.

Die gab es natürlich auch in Münster. Samstagmittags trafen sich am Lambertibrunnen zwei Dutzend „MS-Panx“ in der Hoffnung, cool und gefährlich auszusehen. Darunter der Schüler des Pascalgymnasiums Maximilian Lenz, der sich „Frank Xerox“ nannte.

Er spielte Bass in der Punkband „Anormal Null“, die im Kreuzviertel viele Graffitis hinterließ. Ende Mai fand die Band endlich einen Auftrittsort: Das katholische Hildegardis-Jugendheim an der Mondstraße.

Als Vorgruppe spielte die Punkband „1 Grad Minus“ aus Mauritz. Der Sänger war durch ein Gipsbein gehandicapt. Als er jedoch von einem Mitglied der Jungen Union aus Wolbeck mit Cola bespritzt wurde, sprang er trotz Gipsbein von der gut einen Meter hohen Bühne und verfolgte ihn durch den Saal.

„Frank Xerox“ zeigt Münster den Finger.

Maximilian Lenz schien beim Auftritt von Anormal Null bereits etwas uninspiriert. Bald darauf verließ er Münster Richtung Berlin, um WestBam zu werden…

Autor: Carsten Krystofiak

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