In dieser Woche vor einem Jahr...

…endete ein Telefonat tödlich.

Dass man in Münster auf offener Straße niedergestochen wird, ist zum Glück noch nicht Alltag. Im letzten Mai geschah es trotzdem – aber nicht in einer gefährlichen No-Go-Area, sondern ausgerechnet im beschaulichen Vorort Roxel. Und der Täter war auch kein Asi-Gangster, sondern ein Diplom-Physiker in leitender IT-Unternehmensposition.

Hier starb der Telefonterror-Mann

Auslöser war ein lautes Telefonat auf dem Bürgersteig. Es gibt Menschen, die leider keinen Instinkt für Distanz und Diskretion haben und ihre Umwelt mit lautstarken Telefongesprächen belästigen. So ein Exemplar brüllte stundenlang vor dem Balkon des Physikers herum, bis dem 61jährigen die Nerven rissen: Er stürzte wie ein Stier mit einem Küchenmesser bewaffnet auf die Straße und stieß dem Dauerquassler die Klinge sechsmal in die Brust!

Nun herrschte zwar endlich Ruhe, dafür hatte der Entnervte jetzt einen Mordprozess am Hals. Entnervt war auch bald die vorsitzende Richterin – und zwar von den Spirenzchen der Verteidiger, die das Verfahren in die Länge zogen. Am Ende stand trotzdem lebenslänglich.

Der Fall sollte eine Warnung davor sein, unhöflich und rücksichtslos in sein Handy zu brüllen, wenn man nicht alleine ist. Merke: In Münster können selbst Akademiker plötzlich ausrasten!

Autor: Carsten Krystofiak

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