In dieser Woche vor 81 Jahren...

…geriet Senghor in Gefangenschaft.

Der Senegalese Léopold Sédar Senghor kämpfte im Zweiten Weltkrieg für die Kolonialmacht Frankreich und geriet 1940 in deutsche Gefangenschaft.

Man brachte ihn nach Münster ins Kriegsgefangenenlager am Hohen Heckenweg. Die Gefangenen hatten Glück: Sie wurden in einer Neubau-Kaserne untergebracht, die von den deutschen Soldaten für sie gedacht war, nie bezogen wurde, weil diese direkt an die Front kamen. Heute ist hier das Wohngebiet Meerwiese.

Nach drei Jahren Internierung wurde er 1943 wegen Krankheit entlassen. In der Gefangenschaft hatte er viel Literatur gelesen und entwickelte eine speziell afrikanische politische Philosophie, die er „Négritude“ nannte.

Vom Prisoner am Edelbach zum Präsident am Senegal.

Zurück im Senegal machte Senghor eine politische Karriere. Als sein Land 1960 unabhängig wurde, wählte man den katholischen Mozart-Fan als Vorsitzenden der „Sozialistischen Partei des Senegal“ zum ersten Staatspräsidenten.

Schon ein Jahr später reiste er zum Staatsbesuch nach Deutschland. Über Münster sagte er dabei: „Münster ist eine wunderschöne, liebenswerte und korrekte Stadt.“ Senghor wurde viermal wiedergewählt und blieb bis 1980 Präsident.

Autor: Carsten Krystofiak

Archivtexte Zeitzeichen

Carsten KrystofiakCarsten Krystofiak

Weitere Beiträge 2021