In dieser Woche vor 77 Jahren...

…scheiterte das Attentat.

1938 war der Versuch eines Attentats auf Hitler gescheitert. 1940 war es sinnlos, wegen Hitlers Popularität nach dem Sieg über Frankreich. Aber jetzt sollte es endlich klappen: Der „Kreisauer Kreis“ plante, Hitler am 20. Juli mittels Sprengsatz in seiner „Wolfsschanze“ zu töten, nachdem noch ein Versuch schiefgegangen war.

Zu den Mitwissern zählte der Münsteraner Paul van Husen. Der weihte am 14. Juli Münsters Bischof Galen ein, den Hitler nach dem Endsieg auf dem Domplatz öffentlich aufhängen lassen wollte. Galen wünschte van Husen: „Ich hoffe, dass Ihr Kopf drauf bleibt.“

Das wäre fast nicht geglückt: Husen wurde in Berlin verhaftet und verurteilt. Doch vor der Vollstreckung war der Krieg vorbei! Und noch einen Münsteraner hätte es beinahe erwischt: Die Verschwörer um den Grafen Stauffenberg hatten den Freiherrn von Twickel in ihrem Schattenkabinett für einen Agrarwirtschaftsposten vorgesehen und dies per Fernschreiben an die Gauverwaltung Westfalen gesendet.

Hätte die Gestapo das Fernschrei-ben mit Twickels Namen entdeckt, wäre er hingerichtet worden, wie die übrigen Beteiligten des 20. Juli. Irgendwer muss die Nachricht geistesgegenwärtig vernichtet haben.

Boom, shake da room – Mist, dass es nicht reichte.

Im Münsterland dauerten Drittes Reich und Krieg noch neun weitere Monate. Husen lebte bis 1971, sein Grab ist auf dem Mauritz-Friedhof.

Autor: Carsten Krystofiak

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