In dieser Woche vor 33 Jahren...

…ging der Businessplan schief.

Im Hochsommer 1988 hielt das Gladbecker Geiseldrama tagelang die Bundesrepublik in Atem.

Die Kohlenpott-Kleinkriminellen Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner sowie dessen Freundin Marion Löblich kurvten mit wechselnden Geiseln kopflos durch mehrere Bundesländer.

Immer hinterher: Sensationsgeile Reporter ohne jede Scham, die der 18jährigen Geisel Silke Bischoff – Degowskis Revolver am Kopf – geistreiche Fragen stellten wie: „Wie fühlen Sie sich?“

Außerdem im Schlepptau: Eine inkompetente Polizei ohne Plan, dafür mit Pech & Pannen. Der vergurkte Zugriff auf der A3 geriet zum Desaster.

Angefangen hatte alles mit einem Banküberfall, der durch den Unglücksauftritt der Polizei zur Geiselnahme eskalierte.

Im Strafprozess wurde Dieter Degowski, der den 15jährigen Emanuele erschossen hatte, gefragt, wofür das Geld aus dem Bankraub verwendet werden sollte. Degowski erklärte, er und Rösner hätten Geld für eine Existenzgründung benötigt. Ihr Businessplan sei es gewesen, in Münster einen Auto-Schrottplatz zu eröffnen!

Gebrauchte Lichtmaschine? Gibt’s bei Rösner…

Wenn es geklappt hätte, gäbe es in Münsters Branchenbuch den Eintrag: „Rösner & Degowski GbR – Fahrzeugteile und Autoverschrottung“.

Autor: Carsten Krystofiak

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