In dieser Woche vor 80 Jahren...

…wurde der Galgen für Galen beschlossen.

Im August 1941 – acht Wochen nach dem Einmarsch in die Sowjetunion – hielt Münsters Kardinal, der Graf von Galen, zwei scharfe Predigten gegen das Regime der Nationalsozialisten. Die Predigten von den Kanzeln von Dom und Lambertikirche wurden im ganzen Reich heimlich verbreitet und auch ins Ausland geschmuggelt.

Beim Tee geiferte Hitler über Galen.

Die NS-Führung war außer sich. Hitler sagte in seiner Teerunde: „Wenn ich solche Reden von einem Typen wie Galen lese, weiß ich, Nadelstiche versetzen ist da jetzt zwecklos – aber das kommt alles in mein Notizbüchlein! Und wenn es ihm nicht gelingt, sich rechtzeitig in den Vatikan zu flüchten, kann er sicher sein, dass bis aufs i-Tüpfelchen abgerechnet wird!

Hitlers Sekretär Bormann empfahl, Galen umgehend auf Münsters Domplatz öffentlich aufhängen zu lassen. Propagandaminister Goebbels wandte ein, die Hinrichtung müsse leider bis nach dem Endsieg verschoben werden, da die Loyalität der Westfalen zur Führung ansonsten während des Krieges gefährdet sei. Der Galgen für Galen wurde vertagt.

Kopien von Galens Reden wurden von Nonnen und Privatpersonen versteckt, u.a. in der Regensbergschen Buchhandlung – die Beteiligten riskierten dabei buchstäblich ihren Kopf.

Autor: Carsten Krystofiak

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