In dieser Woche vor 19 Jahren...

…prelkten die Pros.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete mal wieder amüsiert-kopfschüttelnd über eine Absonderlichkeit aus Münster: Dort fand die Weltmeisterschaft im Diäsch statt.

Diäsch (westfälisch Platt für Tisch) ist Tischtennis ohne Schläger. Die Regeln sind speziell: Der Ball heißt „Prelk“; es ist nicht nur erlaubt, sondern nötig, auf die Platte zu springen; eine Partie muss beim Punktestand 5:5 abgebrochen werden; die Spieler müssen einen gültigen Führerschein besitzen.

Profi-Prelker beim Training (YT-Screenshot)

Ausgedacht haben sich den Jux Grevener Gymnasiasten Ende der Achtziger. Da nur wenige Menschen Diäscher sind, kann man mühelos in die Weltrangliste aufsteigen. 2002 fand die erste Weltmeisterschaft statt und zwar an den Tischtennisplatten an der Scharnhorststraße, da nur diese den Original-Platten vom Grevener Schulhof entsprechen. Das Siegerteam gewann den Pokal-Kaktus im strömenden Regen.

Münsteraner Studis trugen den Spaß-Sport in andere Uni-Städte und wenige Jahre später gab es Diäsch-Teams in Berlin, Köln, Hamburg und München. In Münster wurde Diäsch sogar Teil des Hochschulsport-Angebotes. Seit einer Diäsch-Olympiade im Jahr 2009 scheint den Athleten aber der Nachwuchs auszugehen…

Autor: Carsten Krystofiak

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