In dieser Woche vor 2 Jahren…

…klickten die Handschellen.

Nach seinem Abitur am Ratsgymnasium zog Ulf Johannemann in die große Welt der Finanzmetropolen und machte erfolgreich Karriere. Zuletzt war er der ranghöchste Steuerrechtsanwalt einer Frankfurter Großkanzlei – doch dann klickten die Handschellen. Der Vorwurf der Generalstaatsanwälte: Der Münsteraner soll an betrügerischen Cum-Ex-Geschäften der insolventen Maple Bank beteiligt gewesen sein.

Banken leiten bringt mehr als überfallen…

Bei den Kreislaufgeschäften mit Aktien mit (lat. cum) und ohne (lat. ex) Dividendenanspruch, ging es darum, sich die – wenn überhaupt – nur einmalig gezahlte Kapitalertragssteuer gleich mehrfach vom Staat erstatten zu lassen. Davon zahlte sich die Maple-Mafia Boni, die selbst Top-Banker arm aussehen ließen. Der verursachte Steuerschaden wird auf weit mehr als 350 Mio. Euro geschätzt. Die Feststellung der Strafbarkeit dieser Masche ist juristisch eine neue Herausforderung.

Johannemann war der erste Untersuchungshäftling in dem Finanzskandal, nach ihm füllte sich die Anklagebank schnell mit weiteren wegen Fluchtgefahr verhafteten Managern und Steuerberatern. Wegen der komplexen Materie und Corona dauert das Gesamtverfahren noch an. Einige von Johannemanns Münsteraner Schulfreunden vom Rats wünschen ihm die Höchststrafe…

Autor: Carsten Krystofiak

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