Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 3 Jahren...

…wurde die Lebensgefahr bekannt.

Als 1961 das Iduna-Hochhaus eingeweiht wurde, sang ein Kinderchor das Lied von der „Stadt im Lindenkranz“, während der Architekt damit prahlte, keinerlei Rücksicht auf Münsters Stadtbild genommen zu haben.

Als Zeugnis der „Brutalismus“-Ära wurde der Kasten in den Neunzigern unter Denkmalschutz gestellt. Das Ensemble mit dem Pavillon im Schatten des Hochhauses kaufte 2014 der bekannte Münsteraner Planer D.

Der gepflasterte Platz drumherum gehört jedoch der Stadt.
D. wünschte sich eine Sanierung dieses Platzes durch die Stadt, was nebenbei seine prominente Immobilie sichtlich aufwerten würde.

Um dem Wunsch etwas Nachdruck zu verleihen, gewann er Münsters „Große Zeitung“ als Partner, bzw. einen bestimmten Redakteur. Und so lasen die Münsteraner Anfang Februar von skandalösen Zuständen am Servatiiplatz, von denen sie bisher kaum etwas gemerkt hatten:

Vorsicht, lebensgefährliche Pfützen!

Der Platz ist lebensgefährlich“, zitierte der Lokalaufmacher D. „Lockere Bodenplatten, Asphaltkleckse!“, stellte der Bericht fest. Und noch schlimmer: „…bei Regen bilden sich Pfützen.

Wer den Platz nicht kennt, musste den Eindruck einer Ruinenlandschaft wie zum Ende der DDR bekommen. Als Verantwortliche wurde die Stadtverwaltung ausgemacht.

Der sanfte Druck machte sich bezahlt: In diesen Tagen beginnen die Bauarbeiten für die Sanierung. Sogar die bis in die 1970er vorhandenen Original-Springbrunnen sollen wieder installiert werden.

Leider wird die Sache „sehr teuer“, sagt die Stadt. Aber nicht für D. – der hat ja laut Lokalpresse schließlich auch schon einen zweistelligen Millionenbetrag ausgegeben, als er das Haus kaufte, das muss reichen…

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