Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor zwei Jahren...

Leider haben die Wiedertäufer das Akten-Archiv der Stadt verbrannt. Unter den vernichteten Dokumenten war auch das Rezept für das städtische Grut-Bier. Keiner wusste also, wie Münsters Mittelalter-Bier schmeckte. Das ärgerte den ambitionierten Hobby-Brauer Philipp Overberg.

Er forschte, recherchierte und probierte. Dabei fand er heraus, dass Münsters Kräuterbier um 1500 nicht „regional“ war, sondern einige Zutaten von weither importiert wurden. Unter anderem war wohl Wacholder, Kümmel und Gagel drin. Overbergs Ziel: Ein Bier nach dem Originalrezept von damals. Das Ergebnis kann sich trinken lassen.

Wacholder ist nicht nur gut für Gin, auch für Bier…

Vor lauter Begeisterung gründete der Bier-Enthusiast sein „Deutsches Institut für Grutkultur“ und veranstaltete in Münster einen internationalen Kongress für lebendige Bier-Geschichte. Motto: „Bier, nicht nach, sondern vor dem Reinheitsgebot“.

Gastronomisch wurde das „Grutbierfestival Grutkultur Münster 2020“ von der Fischbrathalle ausgerichtet. Beachtung fanden nicht nur die Brau-Aussteller aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und den USA, sondern auch der Vortrag eines spanischen Uni-Forschers über prähistorische Biere im Mittelmeerraum.

Eine Wiederholung fiel leider Corona zum Opfer. Vielleicht wird’s 2022 was…

Archivtexte Zeitzeichen

Carsten KrystofiakCarsten Krystofiak

Weitere Beiträge 2022