Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 4 Jahren...

…verzichtete Eisenman aufs Honorar.

Bei den ersten Skulpturenausstellungen waren die abstrakten Objekte bei den Münsteranern ausgesprochen verhasst. Die Stadtverwaltung entschied jeweils darüber, welche Plastiken angekauft wurden, teils mit umstrittenem Ergebnis.

Noch ohne Sticker, Müll und Graffiti…

2017 war es anders: Die Bürger wünschten den „Promenadenbrunnen“ der New Yorkerin Eisenman zurück – die Stadt kaufte ihn nicht. Während der internationalen Ausstellung war der Brunnen mehrfach demoliert worden, aber auch einer der Publikumsmagneten. Darum gründete sich eine Initiative zur privaten Bürgerfinanzierung. Auf dem modernen Kunstmarkt ein wohl eher ungewöhnlicher Vorgang.

Bei der Spendenakquise zeigte Münsters Gastronomie Kreativität: Es wurde erfolgreich Brunnenbier, Brunnenkresse-Pesto, Brunnenbrötchen und Brunnen-sonstwas vermarktet. 2018 war die Hälfte der Summe aufgebracht. Gerührt kam die Künstlerin nach Münster, verzichtete auf ihr Honorar und machte den Preis damit bedeutend erschwinglicher. Das war der Durchbruch.

Nach längerer Coronapause fasste der Stadtrat dann auch offiziell den Beschluss zur Rückkehr des Brunnens. Im Herbst 2021 kam der Brunnen an die Kreuzschanze zurück. Natürlich zieht so ein Objekt immer wieder Hools an, trotzdem macht der Brunnen den chilligen Ort zwischen „Schwulenhügel“ und Buddenturm noch chilliger.

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