In dieser Woche vor 191 Jahren... ...wurde Maria Unternehmerin.

Maria Clementine Martin trat mit 17 in das Kloster St. Anna in Coesfeld ein. Nach eigenen Angaben pflegte sie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon die Soldaten des preußischen Generals Blücher in der Schlacht bei Waterloo. Sechs Jahre später lebte sie in Münster. Hier wurde wegen des Verdachts auf „medizinische Pfuscherei und Quacksalberei“ gegen sie ermittelt. Daher zog sie nach Köln um, wo sie ein einfaches Destillat herstellte und es „Kölnisch Wasser“ nannte. Sie bewarb das Elixier in Zeitungsanzeigen und gründete eine eigene Firma: „Maria Clementine Martin Klosterfrau“. Bei der Königlichen Medizinalbehörde beantragte sie ein Patent. Da ihre angeblichen Qualifikationen jedoch stark zweifelhaft waren, wurde ihr kein Qualitätssiegel erteilt. Martin wandte sich gleich an den König von Preußen und bat, den preußischen Adler zu Werbezwecken nutzen zu dürfen mit dem Hinweis, sie habe Blücher in der Schlacht gepflegt. Sie erhielt die Genehmigung. Damit ging die Vermarktung rasant voran. 1838 nahm sie an einer internationalen Industrieausstellung teil und verklagte erfolgreich mehrere Mitbewerber. Vor ihrem Tod vererbte sie ihr Unternehmen und ein großes Vermögen ihrem Freund. Heute ist die Firma die Klosterfrau Healthcare Group.

Autor: Carsten Krystofiak

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