In dieser Woche vor 14 Jahren …

…haute Kyrill die Bäume um.

Der 18. Januar war ein normaler Donnerstag. Doch 48 Stunden zuvor hatte sich über dem Atlantik ein kolossaler Sturm zusammengebraut, der Kurs auf Europa nahm. Es war eine Katastrophe mit Ansage. Ursache waren extreme Luftdruckunterschiede zwischen Warmluft und Kaltfronten. Die Meteorologen hatten dem Unwetter den Namen „Kyrill“ gegeben. Kyrill erreichte das Münsterland am späten Abend – mit beeindruckender Macht!

Der Orkan fegte mit bis zu über 200 km/h über Deutschland hinweg. In Nordrhein-Westfalen starben mehrere Menschen, der Nahverkehr kam völlig zum Erliegen. Im Sauerland wurden ganze Fichtenwälder abrasiert, was in späteren Jahren zu einem spürbaren Preisanstieg bei Weihnachtsbäumen führte.

beschädigter Baum

Auch in Münster hinterließ der Sturm eine Schneise der Verwüstung. Von den Promenaden-Linden auf dem heutigen Schlossplatz blieben nur die wenigsten stehen, fast alle lagen durch- und übereinander. Im ganzen Stadtgebiet fielen mehr als tausend Bäume um oder knickten ab. Die Motorsägen der Feuerwehr kreischten die ganze Nacht, um Straßen wieder passierbar zu machen. Dächer wurden abgedeckt, Verkehrsschilder zu lebensgefährlichen Flugobjekten. Die Eltern durften selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder am Folgetag zur Schule schicken wollten.

Der Schaden ging in die Milliarden, allein in NRW wurden über 20 Millionen Bäume umgeworfen. Die Wiederaufforstung dauert bis heute an.

Autor: Carsten Krystofiak

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