Von Carsten Krystofiak, 28.10.2020

In dieser Woche vor 33 Jahren…

spukte es im Schlossgarten.

Der Sensenmann in Münsters Schlossgarten? Was sich an einem Herbstabend auf dem alten Friedhof an der Wilhelmstraße abspielte, klang nach Dreharbeiten zu Harry Potter…

„Grinsender Geist im Gebüsch“

„Grinsender Geist im Gebüsch“ meldeten die Westfälischen Nachrichten und „Gespenster im Schloßgarten!“ die Münstersche Zeitung. Was war da los? Halloween war damals hierzulande noch weitgehend unbekannt.


Drei jugendliche Metalfans waren von der Wilhelmstraße kommend über den Friedhof Richtung Schlossgarten gegangen, als eine finstere Gestalt in Mönchskutte mit Kapuze und Sense aus dem Gebüsch sprang und sie brüllend verfolgte. Die drei rannten panisch davon und verständigten die Polizei.

Die Beamten fanden nur noch die schwarze Kutte, von dem vermeintlichen Schreckgespenst fehlte jede Spur. Ratlos nahmen die Polizisten zunächst einen betrunkenen Penner fest. Der beteuerte, nichts von einem Spuk zu wissen und wurde wieder entlassen.

Wer den Schaden hat: Bei der Protokollaufnahme auf dem Präsidium am Friesenring lachten sich die Vernehmer kaputt über die hanebüchene Story und rieten den Jugendlichen, keine Anzeige zu erstatten, um sich nicht lächerlich zu machen. Entsprechend launig-ironisch fiel der offizielle Polizeibericht aus.

Hinter dem Prank (den Begriff gab es damals noch nicht) steckten Spaßvögel aus dem Gleis 22-Umfeld.

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