Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 2 Jahren…

…wurde Aldi blockiert.

Bei den Bauern lagen die Nerven blank: Erst hatten Rewe, Aldi, Edeka und Lidl bei Kanzlerin Merkel gegen ein Gesetz zum Schutz der Landwirte vor Preisdruck durch die Handelsriesen interveniert. Dann fiel die Gastronomie infolge des Lockdowns als Abnehmer aus, was die Erzeugerpreise ins Bodenlose fallen ließ. Das war zu viel:

Fünfzig Münsterländer Bauern blockierten mit ihren Treckern die Zufahrt zum zentralen Aldi-Lager in Greven. Zeitgleich fanden zahlreiche weitere Traktor-Blockaden in NRW und Niedersachsen statt. Die Landwirte erklärten, die Handelskonzerne zahlten den Erzeugern für ihre Produkte immer weniger, senkten aber die Verbraucherpreise nicht und maximierten so ihren Gewinn auf Kosten der Bauern.

Die Aktion wirkte: Ein Sprecher von Aldi-Nord machte den Bauern ein Gesprächsangebot und versprach ein Treffen von Vertretern der Märkte und des Bundesverbandes Deutscher Lebensmittelhändler mit der Protestbewegung. Nichts können Aldi & Co. weniger brauchen, als eine Unterbrechung ihrer Lieferketten.

Mit dem Eintreffen der Corona-Hilfen bei den Landwirten beruhigte sich die Lage wieder. Wer auf dem Hof arbeiten muss, hat auch selten Zeit für Protestaktionen…

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