Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 78 Jahren…

…wurde der Präsident hingerichtet.

Ferdinand Joseph Meinolph Anton Maria Freiherr von Lüninck war gebürtiger Sauerländer. Vor dem Ersten Weltkrieg studierte er in Münster Jura. Nach dem überstandenen Krieg trat er dem konservativen „Westfalenbund“ bei. Im Staatsdienst brachte er es bis zum Präsidenten der Landwirtschaftskammer Münster.

Die Nationalsozialisten ernannten ihn zum Oberpräsidenten von Westfalen. Sie erhofften sich dadurch, bei der katholischen Landbevölkerung besser anzukommen, die dem NS-Regime reserviert gegenüberstand.

Lüninck machte zunächst mit, doch seine anfängliche Hitlerbegeisterung wurde zunehmend getrübt. 1943 stieg er in den geheimen Verschwörerbund um Goerdeler ein, um einen gewaltsamen Staatsstreich herbeizuführen.

In Erwartung seines Todesurteils…

Als die Gestapo nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler den Kreis um Goerdeler zerschlug, fand sich Lünincks Name auf der Verschwörerliste – damit war er verloren. Der berüchtigte Blutrichter Freisler brüllte ihn in einem Schauprozess vor dem „Volksgerichtshof“ zusammen und verurteilte ihn zum Tod. Einen Tag später wurde Lüninck erhängt. Der katholischen Kirche gilt er als ein „Märtyrer des 20. Jahrhunderts“.

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