Page 4 - pixelbook KW11/2025
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4 kinokritiken (mehr unter www.nadann.de/rubriken/kino/filmsuche/)
na dann... 11/25
     Bolero
(mex) „Ta-Ta-Ta-Taaaa“, „Ei- ne kleine Nachtmusik“, die „Ode an die Freude“ oder der „Walkürenritt“, was ist denn nun das bekannteste klassische Musikstück der Welt? Die Antwort wird schwer eindeutig ausfallen, wahrscheinlich ist aber wohl, dass der „Bolero“ mit in der Verlosung sein dürf- te. Ziemlich sicher jedoch ist es das erste Musikstück mit eigenem Biopic. 1928 erblickte es das Licht der Welt, nach schwerer Ge- burt und einigermaßen komplizierten Begleitum- ständen bei seinem Er- zeuger, dem Komponisten Maurice Ravel. Schon beim ersten Erscheinen entfaltet es seine manipulative Wirkung, entzückt und fasziniert gleich alle Welt. Ein Effekt, den es bis in
die heutige Zeit aufrecht- erhält, wie der originelle und humorvolle Vorspann unterstreicht. Die franzö- sische Regisseurin Anne Fontaine verbindet Werk mit Komponisten (Raphaël Personnaz) und erzählt aus beider Leben. Gute Musik, gute Darsteller*innen, gute Unterhaltung.
120' Schloßtheater
Mickey 17
(sirk) Mickey hatte nicht viel Glück im Leben. In einer Welt, die dem Unter- gang geweiht ist, ging eine Geschäftsidee gewaltig schief, Beziehungen auch und so landet er plötzlich in einem Bewerbungsver- fahren zur Auswanderung auf einen fremden Pla- neten. Ausgerechnet der Expandable-Job soll es sein, als Dummy, als ein Versuchskaninchen für außergewöhnliche Auße- neinsätze. Mickeys Glück: Nach jedem Tod wird er neu "ausgedruckt". Und manchmal auch zwei Mal ... Säße man nicht in einem Film von Bong Joon Ho (Snowpiercer, Parasite), wä- re die Laune nach wenigen Minuten im Keller. Aber
ein überragender Robert Pattinson als Mickey und Bong Joon Hos (Erzähl-) Lust auf abenteuerliche Geschichten über die "klei- nen Leute" sowie seine in- telligente Meta-Ebene mit versteckten Hinweisen auf tagespolitische Ereignisse verzücken auch dieses Mal. Ein Sci-fi-Comedy-Sozial- drama mit Chaplin-Remi- niszenzen. Nicht verpassen!
138' Cinema/Cineplex
Flow
(sirk) Der Weltuntergang, weniger inszeniert als
eine brutale Auslöschung sondern mehr als eine fast harmonische Umwälzung. Mit einer sprachlosen Kat- ze staunen wir zu Beginn über Wassermassen, die plötzlich hereinbrechen in die ruhige Naturidylle. Tie- re eines Waldes beginnen zu fliehen, die Katze flieht mit – vor dem Wasser und vor einem sie verfolgenden Hunderudel. Die Flucht führt Flow, so der Name der Katze, auf ein treiben- des Boot, auf dem auch ein Wasserschein und ein Lemur Zuflucht finden. Schließlich gesellt sich noch ein Hund zu ihnen und das ungewöhnliche Quartett erkennt, dass es zusammenhalten muss, um die Reise auf den Was- sermassen zu überstehen. Auch wenn dieser Plot das populärste Narrativ des gegenwärtigen Kinder- und Jugendfilms ist – ge- meinsam sind wir stärker –, ist der betörend schöne, oscar-prämierte Animati- onsfilm von Gints Zilba- lodis nicht ausschließlich "nur" ein Kinderfilm.
89' Cinema
In the Lost Lands
(jonny) In der Postapoka- lypse lebt die dezimierte Menschheit in einer ein- zigen Stadt, die von den sogenannten "Lost Lands" umgeben ist. Dort gibt es Zombies und noch schlim- mere Kreaturen, weshalb ein Ausflug dorthin nicht empfohlen wird. Gray Alys wird dennoch von der Königin in die "Lost Lands" geschickt, um dort von einem Werwolf die Fähig- keit der Gestaltwandlung zu erlernen. Die Aufgabe hat es in sich, denn hinter jeder Ecke lauern Monster und andere Gefahren... Nach einer Kurzgeschichte von "Game of Thro- nes"-Schöpfer George R.R. Martin inszeniert Regis- seur Paul W.S. Anderson einen Fantasy-Actioner, bei dem sowohl die künstliche CGI-Optik, als auch an die platten Dialoge gewöh- nungsbedürftig sind.
102' Schloßtheater


















































































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