Page 12 - die neue nadann KW 31/2025
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12 ohrenschmauch
na dann... 31/25
    Burkhard Kunkel – Extra individuell!
Da sind sie wieder, meine wöchentlichen Freitags Herausforderungen.
Deadline für den Text, was kommt dran und was schafft es nicht auf die Seite. Absolute Willkür, fast.
Den Beginn macht eine, für die ich sicher nicht besonders kompetent bin. Das selbst geschriebene „Concierto No. 1 para Guitarra Espanola y Orchestra“ von SANTIAGO LARA. In 6 eher kurzen Sätzen verwirklicht er seinen Traum, eine solche Aufgabe zu meistern. Nicht modern oder abstrakt, nicht Flamenco, eher in der Tradition von de Falla oder Rodrigo, konservative aber schwungvolle Orchester Arbeit, die der Gitarrist nicht dominiert.
In Kurzform 2 Wiederveröffentli- chungen aus dem Umfeld der vor King Crimson Zeit. Hauptsächlich Beteiligte sind die Brüder Giles, Robert Fripp und Ian McDonald. „The cheerful Insanity of GILES, GILES & FRIPP gab es vor etwa einem Menschenleben bereits als Vinyl, die „Brondesbury Tapes“, Home Recordings mit Gästen, erscheint nach meinem Wissen erstmalig, vorerst beide als CD, aber.....Und die Musik? Sehr eigenwillige Konstruktionen aus britischem Folk, ein wenig Psychedelic und ganz viel skurrilem Humor. Schon durchscheinend prägendes Handwerk, tontechnisch für das neue Jahrtausend getrimmt. Weniger spannende Musik als vielmehr ein Zeugnis vergangener Tage.
Skurril hatte ich gerade, dann jetzt mal extra individuell. „Monxarella“ nennt BURKHARD KUNKEL sein Solo Projekt mit Interpretationen aus Theloni- ous Monks Schaffen. Kann m/f machen, ungewöhnlich allerdings ist sein Instru- mentarium. Mindestens 4 Variationen Zither (!), Bassklarinette, Bassetthorn und die Shruti Box. In einigen Passagen 2 Instrumente gleichzeitig. 50 Minuten Monk Erfahrung, wie m/f sie sich bisher nicht vorstellen konnte. Dabei sehr entspannt, sehr atmosphärisch, endend mit dem Ohrwurm ‚Round Midnight‘. Anders, überraschend, geht scheinbar
immer. Toll!
‚Hörbar an Pop- und Tanzelementen
dazugewonnen‘ sagt der Waschzettel zu THE MOONBAND’s „Relations“. Ist das erste von bereits 6 Alben, das mir zu Gehör kommt. Zu fünft mit einer Frau,
die zumindest singt und vier Männern an den ‚üblichen‘ Instrumenten. Von Americana geschwängert (gelesen, ich streame nicht), das die erste Platte prägte höre ich hier nur wenig. Fein ausgetüftelter Indie-Pop (wenn m/f Indie als von Musik Multis unabhängige Produktion versteht), mit eingängigen Harmonien und gut gesetztem, auch mal 2 stimmigem Gesang. Lange auf einander eingespielte MusikerInnen, von denen keiner nach vorne drängt, sondern alle auf diese sehr gelungene Arbeit stolz sein können.
Das VINCENT MEISSNER TRIO haben sicher noch nicht alle Jazz (Piano) Trio Fans auf dem Zettel. Dabei ist das aktuelle „Eigengrau“ sicher mehr als hörenswert. Im Zusammenspiel mit Bass und Drums dominiert natürlich das Melodie Instrument, doch Vincent macht daraus keine One Man Show. Seine Me- lodien sind gespickt mit Anspielungen aus Erinnerungen, die er im Moment miteinander verwebt und sich auch mit wohl gesetzten Pausen von der bestens eingespielten Rhythmusgruppe tragen lässt. Muss m/f auf sich wirken lassen.
Zum Schluss die wohl populärste Jazz Combo des Landes. International besetzt, wie auch die Musik aus Anleihen verschiedenster Kulturen besteht, legt das TINGVALL TRIO mit „Pax“ sein 10. Album vor. Gespickt mit ‚schönen‘ Me- lodien, die ein wenig nach Tingvalls nor- discher Heimat klingen soll das Werk ein Zeichen setzten, den beunruhigenden Entwicklungen auf dem Planeten etwas Friedvolles entgegenstellen. Nicht zu un- terschätzen ist dabei die unaufdringliche Arbeit von Omar Rodriguez Calvo am Bass und Jürgen Spiegel an den Drums, die von schwungvoll drängend bis dezent lyrisch den variabel rhythmischen Raum hinter dem Führungsinstrument füllen.
Der LP ist in der 1. Auflage eine 10“ EP beigelegt, bei Interesse also nicht lang warten!
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
  gut
  Melodie, Harmonie, Improvisation

















































































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