Page 4 - pixelbook KW32/2025
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4 kinokritiken (mehr unter www.nadann.de/rubriken/kino/filmsuche/)
na dann... 32/25
Altweibersommer
(mex) Drei Frauen auf Campingurlaub in der Stei- ermark. Das schlechte Wetter entspricht der Ge- mütslage. Ellie hat nach ei- ner Chemotherapie jegli- che Lebensfreude verlo- ren, Astrid und Isabella ah- nen schnell, dass ihr Ver- such, die Stimmung ihrer Freundin aufzuhellen di- rekt zu Beginn zu scheitern droht. Zumal sie sich selbst mit privaten Problemen herumschlagen. Bevor es zum vorzeitigen Reiseab- bruch kommt, verändert ein plötzliches Ereignis mit vorteilhaften finanziellen Folgen die Situation. Was so ein bisschen Geld doch alles zu bewirken in der La- ge ist. Oder doch nicht? Zwar befinden sich Ellie, Astrid und Isabella plötz- lich in einer Luxusherberge im warmen Venedig, doch der zwischenmenschliche Gamechanger lässt vorerst weiter auf sich warten... Pia Hierzegger inszeniert mit ihren starken Co-Dar- stellerinnen eine lako- nisch-trockenes, unsenti- mentales und unterhaltsa- mes Buddy-Comedy-Dra- ma. Very österreichisch.
Rave On
(sirk) ... eine Nacht in ei- nem Berliner Techno-Club. Einmal mehr geht es um Anerkennung. Der DJ und Produzent Kosmo, einst gefeiert, hingefallen, ge- schasst und wieder aufge- standen, hat ein DJ-Set auf eine Vinyl-Platte gepresst. Diese möchte er gern sei- nem Idol Troy Porter über- reichen, der im Club auf- legt. Zu Beginn spielt der Film von Nikias Chryssos und Viktor Jakovleski (ge- boren in Berlin) mit allen Klischees, die einem zu ei- ner Club-Nacht einfallen: Abweisung am Eingang, heruntergekommene Räumlichkeiten, Drogen, Darkroom-Sex, flackerndes Licht (Stroboskop), wum- mernder Bass etc. ... Ei-
ne intensive Cluberfah- rung a la Gaspar Noé (Cli- max, Enter the Void) al- so? Wegen des etwas toll- patschigen Hauptdarstel- lers, einer großen Prise Kaf- ka und einst gefeierten, heute gefrusteten Wegge- fährten (Partner, Prof. etc.) nennen wir es den "ger- man Remix".
86' Cinema
Wilma will mehr
(sirk) ... vor allem Aner- kennung. Stellvertretend für die vielen gebeutelten, ehemals glücklichen Men- schen, die hinter bzw. vor vielen Dingen ein "Ex" ge- stellt haben bzw. noch stellen (müssen), Ex-Part- ner, Ex-Job, Ex-Freundes- kreis und so weiter, verkör- pert Fritzi Haberlandt ei- ne emanzipierte Ost-Frau, die sich diesen und wei- teren Schicksalsschlägen entgegenstellt. Zu Beginn wird im Blaumann ge- tanzt, dann erzählt, dann abgewickelt, schließlich geht es weiter in Wien. An- fangs ein wenig desillusio- nierend entsteht am neu- en Ort ein neuer Wert. Ein wenig Culture-Clash mit dem ostdeutschen Prag- matismus einer Frau, die die Hoffnung nicht aufge- geben hat. Haberlandt sei Dank eine berührende klei- ne Süßigkeit.
112' Cinema
Die nackte Kanone
(bouda) „Die nackte Kano- ne“ kommt zurück ins Ki- no. Liam Neeson tritt et- was mehr als 30 Jah-
re nach dem letzten Film der Reihe in die Fußstap- fen von Leslie Nielsen.
Es ist ein Film, bei dem man – böse gesagt – An- stand, Niveau und guten Geschmack gegen Pop- corn und Cola eintauschen muss. Für mich lag das ir- gendwo zwischen Fremd- schämen, Kopfschütteln und dem Feiern von Me- ta-Gags. Abgesehen da- von sind die Witze genau- so niveaulos wie damals, nur wirkt das Ganze heute noch uninspirierter. Muss man mögen, meins war
es nicht. 85' Cinema
98' Schloßtheater

