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kinokritiken 11
Together -
Unzertrennlich
( jonny) Millie und Tim sind schon viele Jahre zusam- men, als ein jobbedingter Umzug aufs Land sie da- zu zwingt, ihre Beziehung zu reflektieren. Ist aus Lie- be inzwischen Gewohn- heit geworden? Sollen sie den nächsten Schritt wa- gen und heiraten oder sich lieber trennen? Doch die- se drängenden Fragen ver- lieren ihre Bedeutung als Tim nach einem Unfall aus einer entlegenen Pfütze trinkt, wodurch sich sein Körper und die Beziehung der beiden auf unheimli- che Weise verändert... „To- gether – Unzertrennlich“ ist eine schaurige Kombi- nation aus Body-Horror und Beziehungsdrama. Die Herausforderungen, die in einer Partnerschaft auftre- ten können, werden hier äußerst kreativ und zu- gleich brutal inszeniert, was zahlreiche Interpreta- tionsmöglichkeiten eröff- net. Nichts für schwache Nerven!
103' Cineplex
Der Salzpfad
(bouda) Ein emotiona-
ler Film über ein Ehepaar, das nicht nur sein Zuhau- se verliert, sondern auch mit der schweren Krank- heit des Mannes konfron- tiert wird. Inmitten dieser Krise brechen sie zu einer Selbstfindungswanderung auf, rund tausend Kilome- ter entlang des South West Coast Path an der Süd- westküste Großbritanni- ens. Marianne Elliotts Ver- filmung des autobiografi- schen Bestsellers von Ray- nor Winn fängt die raue Schönheit einer Natur ein, der das Paar schutzlos aus- geliefert ist, eine Kombina- tion aus überwältigender Landschaft und existen- zieller Prüfung.
116' Schloßtheater
Vermiglio
(mex) 1944, Vermiglio, ein kleines Dorf im Trentino. Hier, hoch in den nordita- lienischen Alpen, lebt die kinderreiche Familie Grazi- adei. Patriarch Cesare, zu- gleich auch Lehrer der Dorf- schule, macht die Ansagen. Da sitzen sie dann, die Kin- der, vom Erstklässler bis zum jugendlichen Erwach- senen und lauschen dem strengen Regiment des al- ten Mannes. Als eines Ta- ges der sizilianischer Deser- teur Pietro Unterschlupf findet, ändert sich die Fa- milienstatik. Gabrieles äl- teste Tochter Lucia verliebt sich in den neuen Dorfbe- wohner. Die beiden heira- ten und Regisseurin Mau- ra Delpero täuscht bald ei- ne zu erwartende Familien- idylle vor. Doch das Kriegs- ende ändert alles... Ein star- kes Werk der Bozener Fil- memacherin, das zwischen dokumentarischer Alltags- beschreibung und dramati- schen Falltiefen zu begeis- tern vermag. Besonders dann freilich, wenn man an der wunderbar sperrig an- mutenden Erzählweise Ge- fallen findet. Sowas gibt´s nur im Kino.
119' Schloßtheater
Memoiren einer
Schnecke
(sirk) Triggerwarnung: Kein Film für zartbesaitete Men- schen mit Depression, Ver- lust, Trennung oder sonsti- gen schlimmen Ereignissen im Leben. Fünfzehn Jah-
re nach seinem schwarzhu- morigen Spielfilmde-
büt (Mary & Max) präsen- tiert der australische Ani- mationskünstler Adam El- liot seinen zweiten Knetfi- guren-Streich. Bewährtes, wie die makabre Grund- stimmung und die depres- sive Düsterkeit werden er- neut angemischt mit ei- ner herzerwärmenden Ge- schichte rund um eine un- gewöhnliche Freundschaft. Mit "ich bin nicht immer einsam" beginnt die Erzäh- lung der jungen Grace, die in den 1970er Jahren in Aus- tralien nach und nach beide Elternteile verliert und wie ihr Zwillingsbruder Gilbert bei Pflegeeltern aufwächst. Ein 95-minütiges, detailver- liebtes Kunstwerk von ei- ner schicksalsgeprägten Ge- schwisterbindung, ihren Träumen und Ängsten, sozi- aler Isolation und speziellen Freundschaften. Harte Kost, aber meisterhaft serviert.
115' Cinema

