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na dann... 34/25
Die Farben der Zeit
(mex) Ein altes, seit über 80 Jahren unbewohn-
tes Haus in der Norman- die soll dem Parkplatz ei- ner gigantischen Einkaufs- mall weichen und abge- rissen werden. Was noch fehlt, ist die Zustimmung der zahlenmäßig erstaun- lich großen Erbengemein- schaft. Die schickt vier Ver- treter, die sich vor Ort ein Bild von der Immobilie ma- chen sollen. Die gemisch- te Gruppe um den liebens- werten Content Creator Seb staunt nicht schlecht, als sie die morsche Ein- gangstür ihres geerbten Besitzes aufbricht und
sich plötzlich in einer wah- ren Zeitkapsel wiederfin- det. Bald machen sie sich auf die Spur der Geschich- te ihrer Vorfahrin Adèle, der vormaligen Besitzerin des Anwesens und finden sich im Paris des späten 19. Jahrhunderts wieder... Cédric Klapisch („L´auber- ge espagnole“) spinnt mit dieser charmanten Zeit- reise eine schöne Erzäh- lung über Familie, die Bel- le Epoche und ein zauber- hafte Paris.
Das Kanu des Manitu
(sirk) Fast fünfundzwanzig Jahre nach dem Mega-Er- folg mit "Der Schuh des Manitu" dürfen Abahachi (Michael Bully Herbig) und Ranger (Christian Tramitz) noch einmal aufsatteln. Äußere Alterserscheinun- gen gibt es kaum, der Hu- mor wurde vom Zeit- geist-TÜV überprüft ("Du darfst Indianer doch nicht mehr sagen"). Im zwei-
ten Teil werden die bei- den Blutsbrüder des mehr- fachen Mordes und eines Raubüberfalls beschul- digt – und landen am Gal- gen. Erst in letzter Sekunde kann der Grieche Dimitri (Rick Kavanian) samt neuer Aushilfe (Jasmin Schwiers) die beiden Freunde befrei- en. Bis das nächste Aben- teuer auf die vier war-
tet ... Mit neuen Comedi- ans ("Der Discounter" Mer- lin Sandmeyer, Tutty Tran) kommt Verstärkung ins Team, der Humor bleibt vielfältig, alte Figuren dür- fen sich feiern lassen und die Gag-Dichte ist in den unterhaltsamen 89 Minu- ten gewohnt hoch. Karten reservieren!
Willkommen um zu
bleiben
(jonny) Ein alter Magier stolpert in ein Hotel und möchte eigentlich nur für eine Nacht bleiben. Doch kaum hat er eingecheckt, beginnt die Realität, ih- re Regeln zu verlieren. Fi- guren treten aus Schrän- ken, eine Blaskapelle mar- schiert durch die Wän-
de und die Gänge verdre- hen sich wie bei einer op- tischen Täuschung. Zwi- schen Putzfrauen mit übernatürlichem Timing, einer hedonistischen Künstlerin namens Ga-
ga und einem Küchenjun- gen, dessen größter Traum ein Eierquirler ist, ent- spinnt sich ein groteskes Panorama ohne Ausweg... „Willkommen um zu blei- ben“ ist ein visuell opulen- tes Rätsel, das sich immer tiefer ins Absurde win- det. Auf Erklärungen darf man nicht hoffen, ein Er- lebnis ist der Film jedoch allemal.
96' Cinema
Bring Her Back
(jonny)EinesTagesfinden Andy und seine sehbehin- derte Stiefschwester Piper ihren Vater tot in der Du- sche. Da Andy erst in drei Monaten volljährig wird, ziehen die beiden zu der Sozialarbeiterin Laura, die bereits den mutistischen Jungen Oliver bei sich auf- genommen hat. Da Lau-
ra vor Kurzem ihre eben- falls sehbehinderte Toch- ter verloren hat, scheint ih- re besondere Nähe zu Pi- per zunächst nachvollzieh- bar. Doch schon bald zeigt sich, dass sie mit Piper und Oliver einen düsteren Plan verfolgt, bei dem Andy nur im Weg ist... Nach dem Überraschungserfolg ihres Regie-Debüts „Talk to Me“ legen die Philippou-Brüder mit „Bring her Back“ noch eins drauf. Sie verbinden tiefe emotionale Verlet- zungen mit leibhaftigem Horror zu einem grausigen Plot der keine Atempause lässt. Zusammen mit einer oscarreifen Performance von Sally Hawkins liefert der Film ein Fest für hart- gesottene Horrorfans.
105' Schloßtheater
126' Schloßtheater
89' Cineplex

