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na dann... 35/25
Was ist Liebe wert -
Materialist
(sirk) ... oder vielmehr: Was bin ich wert? Lucy, über- zeugend verkörpert von Shades of Gey-Star Dako- ta Johnson, ist Partnerver- mittlerin. Lucy liebt ihren Job. Auch bei Rückschlä- gen findet sie bei ihren Kli- enten immer die richtigen Worte. Die Anfang 30-Jäh- rige ist selbst Single, die Ehe ist für sie ein Geschäft. "Mein nächstes Date ist mit meinem zukünftigen Ehemann - und er muss sehr reich sein" gibt sie dem interessierten Vermö- gensverwalter Harry Castil- lo (blass: Pedro Pascal) mit auf den Weg. Ihr Ex-Freund John (Chris Evans), den sie zufällig auf einer Hochzeit trifft, kennt diese Einstel- lung. Er leidet als erfolg- loser Schauspieler darun- ter, liebt aber seine lang- jährige Ex-Freundin immer noch. Und Celine Song,
die für ihren hervorragen- den Film Past Lives zwei- fach Oscar-nominiert war, umschifft die Irrungen und Wirrungen der Liebe mit erwartbarem Ausgang.
116' Cineplex
Lilly und die
Kängurus
(jonny) Chris, ein zynischer Wettermoderator aus Syd- ney, wittert die große Kar- rierechance, als er sich mit einer Delfinrettung in Sze- ne setzt. Doch das PR-Ma- növer geht nach hinten los. Vom Shitstorm getrieben flieht er ins australische Hinterland, wo er bei einer kleinen Fernsehsendung neu anfangen will. Doch nach einem Unfall mit ei- nem Känguru bleibt Chris plötzlich mit dessen Baby im Beutel zurück. Die zwölf- jährige Aborigine Lilly nö- tigt ihn, sich um das klei- ne Joey zu kümmern. Was für Chris als lästige Bürde beginnt, wird zu einer un- erwarteten Reise zu sich selbst. Die lose an eine re- ale Känguru-Aufzuchtsta- tion in Alice Springs ange- lehnte Geschichte über- zeugt mit wunderschönen Outback-Aufnahmen und jeder Menge niedlicher Joeys. Trotz der vorherseh- baren Handlung ist so ein sehenswerter Film mit viel Humor, rührenden Cha- rakteren und ökologischer Botschaft für Klein und Groß entstanden.
Der Kuss des
Grashüpfers
(mex) Bernhard (Lenn Ku- drjawizki) bewohnt ge- meinsam mit einem Schaf ein nobles Penthouse in Köln. Die Beziehung des exzentrischen Schriftstel- lers zu seiner Partnerin Agata (Sophie Mousel) ist in hochgradigem Krisen- modus. Als bei seinem Va- ter ein unheilbarer Hirn- tumor diagnostiziert wird, scheint Bernhard vollstän- dig den Boden unter den Füßen zu verlieren... Fil- memacher Elmar Imanov nimmt uns mit in die düs- ter-brodelnde Innenwelt seines Protagonisten, die nicht nur diesen, sondern auch das Publikum die Trennlinien zwischen Sur- realismus, Traumwelten und Wirklichkeit erkunden lässt. Ein besonderer Film, der schon auf der letzten Berlinale in der Sektion Fo- rum Kritik und Cineasten in Wallungen gebracht hat. Sehenswert.
129' Cinema
Bitter Gold
(sirk) Auf nach Südameri- ka! Und zwar in die staub- trockene Atacama-Wüs- te von Chile. Carola ist 16 Jahre alt und kocht für die Tagelöhner ihres alleiner- ziehenden Vaters. Der be- treibt eine illegale Mi-
ne und baut Kupfererz ab. Für sich selbst hat Caro-
la einen anderen Traum: Sie möchte ans Meer zie- hen und endlich eine Schu- le besuchen. Um diesen Traum verwirklichen zu können, suchen Vater Pa- cifico und Tochter Caro-
la in den kalten Nächten
in einer anderen stillge- legten Mine nach Gold. Was auch der alkoholab- hängige Humberto mitbe- kommt. Als Humberto ei- nes nachts eine Schuss- waffe zieht, kommt es in der Dunkelheit zu einem Handgemenge mit tödli- chem Ausgang für den An- greifer. Vater Pacifico wird ins Bein geschossen. Nun muss seine Tochter sei- nen Platz einnehmen ... Ein mitreißender Mix aus Co- ming-of-Age, Sozialdrama und Neo-Western. Nicht verpassen!
107' Schloßtheater
83' Cinema

