Page 7 - Demo
P. 7
na dann... 39/25
kinokritiken 7
How to be Normal und der Versuch sich selbst zu ver- stehen
(sirk) Was ist schon normal? "Zombie-Schnecken und Kil- ler-Asteroiden, die die Erde be- drohen?" jedenfalls nicht, was die Mutter der jungen Hauptdar- stellerin infrage stellt. Nein, in ei- ner Welt der unbegrenzten Mög- lichkeiten hat Pia (Luise-Céline Gaffron) "sich dafür entschieden, krank zu sein". Pia schluckt je-
de Menge Pillen. Welche Diagno- se gestellt wurde und warum Pia in der Psychiatrie war, das bleibt unklar. Der Vater bringt seine überforderte Tochter in seiner Druckerei unter, die Mutter ver- zweifelt an ihren Texten als Syn- chronsprecherin. Florian Poch- latko stellt keine Fragen und bie- tet keine Antworten. Der Öster- reicher spielt gerne mit Stilmit- teln und zitiert gerne, Matrix, Fight Club, Reqiuem for a dream, Songtexte von Daniel Johnston ... Am Ende stellt er nur zur Schau. Schade. 102' Cinema
Kill the Jockey
(mex) Was ist mit Remo Manfre- dini los? Einst war er umjubelter Starjockey, doch sein aktuell aus- schweifender Lebenswandel be- kommt seiner Karriere ganz und gar nicht. Doch nicht nur sport- lich kriselt es bei Remo, auch in der Beziehung zu seiner schwan- geren Freundin, zugleich eine Konkurrentin im Sport, läuft es nicht richtig. Zugleich setzt die im Hintergrund agierende Mafia noch einmal alles auf eine Karte und versucht ihrem Ex-Star mit einem millionenschweren Super- pferd zu einem Comeback zu ver- helfen. Jedoch, das große Rennen endet in einem Desaster: Reiter verletzt, Pferd tot. Von nun an begleitet der argentinische Re- gisseur Luis Ortega seinen strau- chelnden, gedächtnisverlorenen und mit einer Pistole bewaffne- ten Helden, auf der Suche nach seiner Identität durch Buenos Ai- res. Originelles, grotesk-surrea- listisches Filmexperiment mit viel Platz zum Nachdenken... und Kopfschütteln. 97' Cinema
Honey Don‘t
(sirk) ... klingt wie eine Warnung. Und nach der Sichtung hätte man den Titel als solche interpre- tieren sollen. Einer der Coen-Brü- der (hier Ethan, nicht Joel), seit 2018 auf Solo-Pfaden unterwegs, startete zusammen mit seiner Frau Tricia Cook mit "Drive Away Dolls" eine queere B-Movie-Trilo- gie, deren zweiter Teil, inhaltlich unabhängig vom ersten, der les- bischen Privatdetektivin Honey O´Donauhue ins kalifornische Bakersfield folgt. Margaret Qual- ley verkörpert diese Privatdetek- tivin als eine Mischung aus Fem- me Fatale und Superhirn der Ver- brechensbekämpfung. Zusam- men mit reichlich Sex darf Honey einem vermeintlichen Unfalltot nachgehen, und bekommt es mit einem einflussreichen Sekten- führer (over-acted Chris Evans) zu tun. Am Ende gehen nicht nur den Neo-Noir-Klischees sondern auch den One-linern die Puste aus. 90' Cinema

