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na dann... 39/25
Leibniz - Chronik eines ver-
schollen Bildes
(mex) Gottfried Wilhelm Leibniz wird von Kurfürstin Sophie von Hannover nach Schloss Herren- hausen bestellt. Im Auftrag ihrer Tochter Sophie Charlotte soll ein Portrait des Gelehrten angefer- tigt werden. Diese, inzwischen Königin von Preußen, pflegt seit Jahren eine enge Beziehung zu Leibnitz und vermisst den in- tellektuellen Austausch mit ih- rem einstigen Mentor. Das Ab- bild des Freundes soll ihre See- lenverwandtschaft ins ferne Berlin transportieren. Gesucht wird nun der Maler, der Leib- nitź wahres Wesen auf die Lein- wand übertragen kann. Der wird schließlich mit Aaltje Van De Meer, einer jungen, zunächst als Mann verkleideten, flämischen Künstlerin gefunden. Edgar Reitz, inzwischen 92 Jahre alt, und Re- giepartner Anatol Schuster kon- zentrieren das Universum des großen Denkers auf die wenigen Quadratmeter des Ateliers und lassen uns mit diesem dialogrei- chen Kammerspiel ein wenig an Ideen und Welt Leibniź schnup- pern.. 142' Schloßheater
Miroires No3
(sirk) ... ist ein Zyklus aus fünf Klavierstücken von Maurice Ra- vel. Ein Stück trägt den Titel "Une barque sur ĺocéan" (Ein Boot auf dem Ozean). Bei Christian Pet- zold ist es ein Stand-Up-Paddler, der in den ersten Szenen den letzten Teil einer Trilogie eröff- net. Nach Wasser (Undine) und Erde (Roter Himmel) nun Luft. Die Musikstudentin Laura (stark: Paula Beer) verschlägt es nach einem Autounfall, bei dem ihr Freund tödlich verunglückt, in das Haus der alleinlebenden Bet- ty (Barbara Auer). Fast mütterlich kümmert Betty sich um die Stu- dentin, die den Tod ihres Freun- des scheinbar regungslos verar- beitet. Als Bettys Ehemann (Mat- thias Brandt) und ihr Sohn (En- no Trebs) auftauchen, wird Lau- ra klar, welche Rolle sie unfrei- willig eingenommen hat. Nach den großartigen Vorgängern der schwächste Teil der Trilogie. Aber vor allem wegen der großartigen Darsteller ein immer noch sehr sehenswerter Film. 87' Cinema
Das deutsche Volk
(sirk) 19.02.2020. Im hessischen Hanau fallen neun Menschen ei- nem rassistischen Anschlag zum Opfer. Ein paranoider deutscher Neonazi erschießt acht Männer und eine Frau mit Migrations- hintergrund. Danach erschießt er seine Mutter und schließ-
lich sich selbst. Marcin Wierz- chowski hat über die letzten Jah- re Freunde und Angehörige der Opfer begleitet. Welche direkten und langfristigen Folgen hat ein solcher Anschlag auf die Men- schen und ihre Stadt? Gab es ei- ne angemessene Unterstützung der Hinterbliebenen? Dokumen- tarist Wierzchowski rekonstru- iert keine Tat sondern erinnert aus der Perspektive der Freunde und Hinterbliebenen der Opfer. Die s/w-Bilder machen betroffen. Und wütend. Auch, weil die Do- ku eine aufwühlende und bewe- gende Zeitchronik des Versagens staatlicher Institutionen ist.
132' Cinema

