Page 7 - neue nadann KW 41
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Ohrenschmauch Für ihre einsame Insel Blues für morgen Nach 40 Jahren frisch! Musik für die einsame Insel. Dieses Kriterium wird gern gebraucht. Sie hat es gemacht. YUMI ITO hat die Songs für ihr „Lonely Island“ selbst geschaffen. Piano und Stimme, mehr gibt es hier nicht. Bleibt dabei nicht nur soft und gefällig, sondern es klingt mehr nach kondensierten Improvisationen sowohl mit der Stimme als auch an den Tasten. Das persönliche Portrait einer singenden Pianisten, deren klassische Ausbil- dung auch durch ihre Komposi- tionen scheinen. YURI HONING’S PEACE ORCHESTRA arbeitet in den Niederlanden. Der Saxofonist spielt im Quintett mit g,b,dr, Harfe / Elektronika. In den 8 teils sehr langen Tracks verarbeitet die Combo Einflüsse aus dem Spiri- tual Jazz der 60/70er und verbindet diese mit ihrer zeitgemäßen Auffas- sung von freiem Zusammenspiel. Das klingt gelegentlich sanft und fließend, aber auch schon mal wild und laut. Ohne Tricks oder doppelten Boden, wie es sich auf den 2 enthal- tenen Live Titeln nachhören läßt. In klassischer Dreier-Besetzung plus Sänger spielt ELLIOTT SHARP’S TERRAPLANE Blues des 21. Jahrhun- derts. Neben Gitarre mit diversen Effekt-Geräten bindet er elektroni- sche Elemente in den futuristischen, furchtlosen Sound der Band ein. Eric Mingus spricht mehr als er singt und die Rhythmusgruppe zerlegt die Beats auf „Livin‘ Hear“ ohne dabei aus der Spur zu geraten. Rau und ruppig, die Stereotype der ‚Bluesge- meinde‘ bleiben ziemlich außen vor und seine Gitarrenklänge zielen auf ‚Sound‘ nicht auf Fingerfertigkeit. Die hat er sowieso. Erstaunlich, dass diese Musik bereits 1984 auf Band gebannt wurde. SANKOMA, Trio aus g/voc,b,dr spielte südafrikanischen Pop/Rock. Diese Mischung aus karibischen Klängen, afrikanischer Tradition und einem tollen Händchen für Harmonien und Grooves klingt heute so frisch wie eh und je. Bläser und andere Instru- mente und Stimmen wurden seiner- zeit ergänzt, der Klang ist einwandfrei. In mehreren Dialekten und Englisch, geht es um die dama- lige politische Situation in Lesotho, das Leben in der Enklave. Dass die Musik trotz der gegebenen Umstände eine derart positive, lebensbejahende Ausstrahlung hat ist im Nachhinein kaum zu glauben. Ihr immer noch beliebtes ‚Norwe- gian Mood‘ liegt schon lange zurück. KARI BREMNES ist nach wie vor aktiv. Mit „Ennu her“ veröffentlicht sie ihre aktuellsten Aufnahmen. Im Vergleich zu früher arbeitet sie jetzt mehr mit elektronischen Klangerzeugern, die die Basis besorgen und durch Hand- gespieltes verziert werden. Und sie singt (wieder einmal) in ihrer Muttersprache, m/f muss sich den Inhalt der Songs über deren Stim- mung vorstellen. Ihre Stimme ist immer noch klar und überzeugend. Kurz, nur 25 Min. Stimmen hören? Mit Gitarre, meis- tens ohne, trägt MARTINA SCHWARZMANN ihr „..macht was sie will“ vor. Humorige kleine Geschichten aus dem deutschen Süden. Gleich auf 2CDs! Zum Schluss noch ein bisschen was Lautes. Auf CHRISTONE KINGFISH INGRAM’s „Hard Road“ geht’s ziem- lich Gitarren-lastig zur Sache. Die bedient er selbst und singt dazu, seine Helfer an Bass, Drums und Orgel werden auf meinem ‚Wasch- zettel‘ nicht genannt. Blues-Rock mit einem Schuss Funk. Dabei ganz ohne das überstrapazierte Schema zu benutzen. Neben seinem auffälligen Spiel auf den Saiten erfindet er auch noch Songs, mit mehr oder weniger Harmonien.. Balladen kann er auch. nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de na dann... Ohrenschmauch 5    


































































































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