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KINOKRITIKEN
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   Dann passiert das Leben
(bouda)„Dann passiert das Leben“ ist ein leiser, eindringlicher und schmerzhaft intensiver Film über die emotionale Realität des Älter- werdens, die Entfremdung in langen Beziehungen und die Mühe einer offenen Kommunikation. Regisseurin Neele Leana Vollmar gelingt ein bemerkenswert authen- tisches Drama, das durch seine unaufgeregte Inszenierung und präzise Alltagsbeobachtungen überzeugt. Kein Film der großen Gesten, sondern der stillen Wahr- heiten, der bis zum Ende überra- schend bleibt. Getragen wird dieses Kammerspiel von zwei herausra- genden Hauptdarstellern, Ulrich Tukur und Anke Engelke brillieren in ihren Rollen. 124' Cineplex
The Secret Agent
(sirk) Brasilien, Ende der 1970er Jahre. Korruption und Selbstjustiz prägen die Zeit am Ende der Mili- tärdiktatur. Zu Beginn des Jahres, in der Sommer- wie Karnevalszeit, herrscht zudem Ausnahmezustand, auch in der Küstenstadt Recife. Die Geschichte des Films "spielt in einer Epoche großen Leids", lautet eine eingeblendete Botschaft des Filme- machers Kleber Mendonça Filho. Dennoch erklingt Sambamusik, als der Wissenschaftler Marcelo (Wagner Maura) in seine Heimat- stadt zurückkehrt und auf eine Reihe finsterer Gestalten trifft. In der in mehrere Kapitel aufgeteilten, teils autobiographischen 158- minütigen Erzählung geht es im Kern um die Sehnsucht nach dem eigenen Sohn, den Rahmen bilden zahlreiche Randgeschichten rund um Protagonisten aus der linken Untergrundbewegung, inklusive Kriegsflüchtling (Udo Kier) und einem Sprung ins Hier-und-Jetzt. Ein fantastisch inszenierter und angenehm entschleunigter Agen- tenfilm . 158' Cinema
Predator: Badlands
(sirk) Acht Auftritte (zwei davon Crossover) hatte der furchteinflö- ßende Krieger bereits in der Film- historie. Unter der Regie von Dan Trachtenberg darf ein Predator erst- mals Hauptfigur sein. Dek, (Dimi- trius Schuster-Koloamatangi) vom eigenen Vater von seinem Heimat- planeten verstoßen, möchte die Ehre wiederherstellen und tritt die Reise auf den todbringenden Planeten Genna an. Hier trifft er auf die hoch entwickelte Roboter-Dame Thia (Elle Fanning), die im Rahmen einer Expedition von der Erde geschickt wurde und beim Kampf mit dem allseits gefürchteten Ungeheuer des Planeten ihre Beine verlor. Gemeinsam versuchen sie, das Ungeheuer zur Strecke zu bringen. Mit einem auch visuell überzeugenden Mix aus Coming- of-Age und Buddy-Movie überzeugt "Badlands", weil neben der bekannten Hollywood-Formel des "über-sich-Hinauswachsen" auch Themen wie toxische Männlichkeit und soziales Miteinander eine Rolle spielen. 108' Cineplex



























































































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